Freitag, 31. März 2017

Dankbarkeit - 96


Die Dankbarkeit ist der Schlüssel zur Zufriedenheit. - Ernst Ferstl
In einem dankbaren Herzen herrscht ewiger Sommer - Celia Layton Thaxter
Dankbare Menschen entdecken überall Geschenke. - Hanno Nuhm

Mit Dankbarkeit wird man glücklicher, zufriedener, ist weniger gestresst und soll sogar besser schlafen - mehr als genug Gründe, öfter mal daran zu denken, für was wir alles dankbar sein können.

Deshalb werde ich euch hier regelmäßig mitteilen, wofür ich dankbar bin / die letzten Wochen war.

Wer macht mit? :-) Hinterlasst mir gerne einen Kommentar oder erstellt selbst einen Post dazu auf eurem Blog (wer die Liste nicht veröffentlichen will, kann auch ganz alleine für sich eine erstellen,
 z. B. regelmäßig in einem schönen Notizbuch).

Bei Karmindra und bei Ramona gibt es auch immer wieder eine Dankbarkeitsliste - schaut doch auch mal bei den beiden vorbei!





Ich bin dankbar...


-...für weitere Frühlingsboten:
die ersten Schmetterlinge und viele Blumen :-)




-...dafür, dass die Temperaturen zwischendurch mal so angenehm waren, dass ich meine Leguanos anziehen konnte (ich freue mich schon darauf, sie wieder jeden Tag zu tragen).



-...dafür, dass wir sehr lecker indisch essen waren.



-...dafür, dass es endlich wieder frischen Spinat für meinen Smoothie zu kaufen gibt (davon brauche ich in Zukunft wahrscheinlich weniger als früher, da ich ja jetzt zusätzlich Sellerie und Gurke für den Smoothie kennen- und lieben gelernt habe :-) ).



-...dafür, dass mir bei einem Spaziergang ein fremdes kleines Kind "einfach so" 
ein Lächeln und ein "Winke-Winke" geschenkt hat



-...dafür, dass es momentan im Bioladen Clementinen zu kaufen gibt.
Normale Orangen sind mir "so zum essen" meistens zu groß (die wandern allermeistens in meinen Smoothie) - Clementinen sind aber so schön klein, die schaffe ich ganz gut (außerdem sind sie lecker) ;-)




-...dafür, dass jetzt wieder die Zeit ist, mit dem Fahrrad nicht nur Einkäufe etc. zu erledigen, sondern auch damit zu trainieren. In der kälteren Jahreszeit mache ich lieber Nordic Walking - aber Radfahren ist mein Lieblingssport, so dass ich mich jedes Mal wieder freue, wenn es wärmer wird.



-...für ein schönes Erlebnis mit mehreren Zitronenfaltern (Frühling! :-) ): Beim Radfahren im Wald flatterten mehrere Falter um mein Fahrrad und auch ganz nah bei mir. Einer hat sich sogar kurz auf meinen Arm gesetzt.



-...für die kleine "Auszeit" mit der neuen "Happy way"




-...für die lieben Nachbarn, die uns immer so freundlich grüßen - mit Worten und / oder Gesten



-...für einen leckeren Ausflug zum "Brezen Kolb"



-...für einen schönen Abend zusammen mit Freunden beim "Tasty leaf
(als Vorspeise gab's für mich leckeren Tempeh mit Zucchini-Nudeln).



-...dafür, dass ich wieder ein Acrylbild fertig habe - für das Bild habe ich diesmal ziemlich lange gebraucht, hat aber trotzdem viel Spaß gemacht:




-...dafür, dass ich es geschafft habe, das Rezept für den Schokokuchen "gesünder" zu gestalten: 
Jetzt ist der Kuchen vollwertiger (da mit Vollkornmehl, statt weißem Mehl), zuckerfrei (da gesüßt mit Dattelsüße = gemahlene Datteln) und sogar fettarm (da mit Apfelmark statt Öl - mit stark entöltem Kakao sogar noch mehr) - aber trotzdem noch genauso lecker (oder vielleicht sogar noch mehr!) :-)



-...für leckeres Sushi beim Restaurant "Osaka"



-...für ein schönes Treffen mit ganz lieben Leuten, die ich schon ein paar Monate nicht mehr gesehen habe :-)



-...für meine neuen CDs (2 Stück in einem Pack - Laufzeit insgesamt wie 1 CD, ca. 78 min.):
"Roots rock rama" von Jai Uttal



Die CDs gibt es erst seit ein paar Wochen (daher bekommt man sie wahrscheinlich momentan aus Amerika günstiger als aus Deutschland, so als kleiner Tipp - nur MP3 kaufen geht aber auch...). 
Ich habe mich total auf die Veröffentlichung gefreut, nachdem ich das Lied "H.A.R.I." gehört habe (könnt ihr hier komplett anhören).
Die Lieder drehen sich alle um Rama, Krishna (z. B. mehrere Versionen des Maha-Mantras), Radha, aber auch über Shiva gibt es ein Lied.
Die erste CD "Rama Sun" ist beschwingter (dort ist auch das Lied "H.A.R.I." drauf), macht gute Laune, Lust zum mitsingen und tanzen. Die zweite CD "Rama Moon" ist entspannter, aber deshalb nicht weniger schön (auch super für ein langsames Tänzchen, wie es mein Veggie spontan mit mir gemacht hat ;-) ).
Auf Soundcloud könnt ihr mal in das gesamte Album reinhören (wenn ihr zufällig "Go+" habt, dann sogar komplett).



-...dafür, dass ich zufällig beim Radfahren einen sehr sehr schönen Platz entdeckt habe.
Und zwar deswegen, weil ich mir momentan für's Radtraining eine Strecke suche, die so viel wie möglich durch den Wald / durch die Natur führt - meine "alte" Trainingsstrecke verlief eher an stärker befahrenen Straßen entlang. Mit mehr Natur ist es doch gleich viel schöner und auch gesünder :-).




Montag, 27. März 2017

Erdnuss-Tempeh

Zutaten für 2 Personen (ca. 8 - 10 St.):
- 200 g Tempeh
- 100 - 120 g geröstete (u. gesalzene) Erdnüsse
- 4 EL Kichererbsenmehl (geröstet)
- Mehl









Den Tempeh in ca. 1 - 2 cm dicke Scheiben schneiden. Die Erdnüsse in einer Küchenmaschine zerkleinern. Die Tempehscheiben rundherum dünn mit Mehl bestäuben.
Das Kichererbsenmehl mit 6 EL Wasser verrühren, den Tempeh darin und anschließend in den gehackten Erdnüssen wenden. In einer Pfanne (evtl. mit etwas Öl) leicht goldbraun braten.

Guten Appetit!

Freitag, 24. März 2017

Glücklich shoppen?

>>Wir lieben Shoppen. Und auch das schlechte Gewissen kann uns manchmal nicht davon abhalten. Wir erklären, warum das so ist. Und wie es vielleicht mal anders geht.




Manchmal ist es toll, ein bisschen unvernünftig zu sein: Da wollte man nur auf dem Amt den Pass erneuern und plötzlich setzt man beim Optiker gegenüber eine teure Sonnenbrille auf. Oder man steht im schwedischen Möbelhaus in der Küchenabteilung, wo man gar nichts suchte – aber dieses große Schneidebrett aus Akazienholz ist doch schön.

Kaufen bereitet uns nun mal Freude: Spontanes Konsumieren macht uns nachweislich zufriedener, besonders, wenn wir nichts Lebensnotwendiges besorgen. Forscher des Leibniz-Instituts für Sozialwissenschaften haben dazu eine Befragung von 12 000 Menschen ausgewertet: Wenn wir Geld für Freizeitvergnügen, Einrichtung und andere schöne Dinge ausgeben, sind wir zufriedener als jene, die mit ihrem geringeren Einkommen hauptsächlich Grundbedürfnisse wie Wohnen und Essen bezahlen müssen. Menschen, die sich freiwillig selbst beschränken, seien jedoch genauso glücklich.

Solche Bescheidenheit wäre sinnvoll: Denn wir verbrauchen Ressourcen, als hätten wir eine zweite Erde, und überziehen das globale Rohstoffkonto jedes Jahr ein bisschen mehr. Deshalb ist für die Umwelt und alle Erdenbewohner das beste Ding eines, das eben gar nicht erst hergestellt wird. Doch leider fällt uns der Verzicht meist schwerer als der Griff ins Regal.

Auch Nunu Kaller lebte als Mitarbeiterin einer Umwelt-Organisation eigentlich ökologisch bewusst: In Wien fuhr sie fast nur mit dem Fahrrad und ernährte sich von Bio-Lebensmitteln. Doch für neue Kleidung gab sie noch bis vor vier Jahren mehrmals pro Monat Geld bei Modeketten aus, die „Fast Fashion“-Kollektionen herausbringen. Ein Trend folgt dort so schnell auf den nächsten, dass fast durchgehend „Sale“-Schilder an den Kleiderstangen klemmen. Sie aktivieren das Belohnungszentrum im Gehirn, lassen uns denken: „Das will ich haben.“

Nunu Kaller hörte öfter als ihr lieb war auf diese innere Stimme. „Wenn ich einen guten Tag bei der Arbeit hatte, kaufte ich zur Belohnung. Nach einem schlechten Tag, um mich zu trösten“, erinnert sie sich. Hinterher kam oft das schlechte Gewissen, das Experten auch als „buyers remorse“ bezeichnen. Denn die heutige Mode-Bloggerin kannte die vielen Argumente gegen solche Trostkäufe, die meist eine ökologisch und sozial haarsträubende Bilanz haben.

Warum konsumieren wir so gern, obwohl die Vernunft uns abrät? Vielleicht, weil wir nicht bekommen, was wir eigentlich brauchen? „Glückliche Menschen kaufen nicht“, sagt der Göttinger Neurobiologe Gerald Hüther in einem Interview mit der Zeitschrift Wirtschaftswoche. Beim Shopping würden wir tief verwurzelte Bedürfnisse nach Zugehörigkeit und Anerkennung ersatzweise mit Dingen befriedigen. „Man kauft ein neues Paar Schuhe und sofort wird das Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert“, sagt Hüther.

Wie sehr wir im Laden von Emotionen geleitet werden, wollen wir meist nicht wahrhaben. „Wir glauben immer, wir hätten den Steuerknüppel fest im Griff, aber das stimmt nicht“, bestätigt der Neuromarketing-Experte Hans-Georg Häusel: „Siebzig Prozent des Kaufverhaltens sind unbewusst.“

Der promovierte Psychologe hilft Unternehmen mit Methoden der Hirnforschung bei der Vermarktung ihrer Produkte. In seinem Buch „Brain View“ kreist er unbewusste Motive unseres Kaufverhaltens ein: Das Balance-System in unserem Gehirn etwa strebt nach Stabilität und Sicherheit. Es bringt uns dazu, Gefahren zu meiden und stattdessen Ordnung und Routine zu etablieren. Darum drängt es uns zuweilen zum Langweiler-Leben: Vermeide jede Gefahr, streng dich bitte nicht an.

Ebenfalls im Sicherheitsbereich verankert ist unser Bedürfnis, soziale Bindungen einzugehen – damit lassen sich gesellige Produkte wie Zigaretten oder Alkohol gut verkaufen. Auch das Fürsorge-Motiv lässt uns mehr ausgeben, als wir geplant haben: Für die Versorgung ihrer Haustiere bezahlen die Deutschen beispielsweise rund neun Milliarden Euro im Jahr. Und wer immer das Smartphone mit dem besten Bildschirm haben muss, wird vermutlich vom Stimulanz-System im Gehirn geleitet, das uns neugierig macht.

Etwa zur Hälfte sind solche Grundmotive von Geburt an festgelegt – man sei dem aber nicht hilflos ausgeliefert, beruhigt Häusel. Wenn man sich manche Muster bewusst mache und nicht hungrig und gestresst einkaufen gehe, könne man das eigene Verhalten besser steuern. „Aber solche Impulskontrolle ist natürlich anstrengend fürs Gehirn.“

Wenn die eigene Impulskontrolle nicht nur gelegentlich, sondern gleich bei jeder Verlockung ausfällt, könnte man sogar schon kaufsuchtgefährdet sein. Etwa acht Prozent der Deutschen – besonders junge Menschen – zeigen ein krankhaftes Kaufverhalten. Sie leben stark in der Gegenwart und sind relativ gleichgültig gegenüber Geld: Obwohl sie sich nach jedem Kaufrausch schämen, hält sie das beim nächsten Schlussverkauf nicht davon ab, preisreduzierte Sneakers in drei verschiedenen Farben zu kaufen oder ihren Eltern spontan einen neuen Flachbildfernseher zu schenken.

In Gruppentherapien versuchten Psychologen der Universität Erlangen mit Erfolg, diesen Patienten ihre krankhaften Shopping-Gewohnheiten klarzumachen und neue Verhaltensmuster mit ihnen zu entwickeln. Hilfreich sind konsumfreie Beschäftigungen, die ebenfalls Befriedigung bringen: „Wir müssten uns für andere Dinge begeistern als bisher“, sagt der Hirnforscher Hüther. „Dann würde das Belohnungssystem mit einer anderen, einer positiven Erfahrung verknüpft.“ Das könnten Unternehmungen sein, die man alleine oder zusammen mit Gleichgesinnten unternimmt, Ausflüge, Spiel und Sport, ein Ehrenamt oder Hobbys wie etwa Chorsingen.

Dass die meisten Menschen emotional auf Konsum gepolt sind, hält der Autor und Blogger Peter Marwitz für ein Ergebnis von aufdringlicher Werbung. „Sie erzeugt eine allgemeine Kaufstimmung und setzt uns ganz bestimmten Rollen- und Menschenbildern aus“, sagt der Betreiber des Blogs konsumpf.de. Marwitz hat Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Marketing studiert und wurde später immer skeptischer gegenüber den Glücksversprechen der Warenwelt. Die deutsche Volkswirtschaft baue auf unsere Einkaufslust, sagt Marwitz. „Mit dem Argument der Arbeitsplätze wird durch Konsum ein schädliches System aufrecht erhalten.“ Freiwilliger Verzicht sei nicht immer leicht, selbst für ihn: Marwitz kauft nur gebrauchte Kleidung und sein Mobiltelefon ist aus dem Jahr 2007. „Aber für meine Arbeit brauche ich meinen neuen Mac“, sagt er. Mit Moralpredigten bewege man niemandem zum Umdenken, glaubt er. Auf seinem Blog berichtet er stattdessen über sogenannte Adbusting- oder Culturejamming-Aktionen, bei denen ein Werbeslogan kreativ umgedichtet, ein Logo neu gestaltet oder eine typische Marketingversprechung aufs Korn genommen wird.

Ein interessantes Beispiel ist der satirische Online-Shop www.antipreneur.de – mit täuschend echt gefälschten Sinnlos-Produkten. Man könnte gleich die Waldbrand-Tapete, die Nordic-Stalking-Stöcke oder die Konsens-Milch in den Warenkorb legen, wäre nicht gerade Mittagspause: Zwischen 12 und 14 Uhr versperrt ein digitaler Rollladen den Zugang zum Angebot. Eine Schock, wo doch sonst der nächste käufliche Glücksbringer immer nur einen Klick weit entfernt ist.

„Konsum wirkt wie ein Opiat, das einen Kranken über seinen verzweifelten Zustand hinwegtäuscht und zugleich verhindert, dass sich dieser Zustand bessert“, schrieb der Psychologe Wolfgang Schmidbauer schon in den Siebzigern im Buch „Homo Consumens“. Der findige Bastler und Trödelmarkt-Liebhaber schärft nun mit seiner aktuellen „Enzyklopädie der Dummen Dinge“ den Blick für die vermeintlichen Fortschritte unseres Alltags. Darin denkt er sogar über so gebräuchliche Dinge wie den elektrischen Herd kritisch nach. Es sei nämlich ein sinnliches Erlebnis, das Feuer zum Kochen selbst anzufachen.

Er selbst hat eine Zeit lang ein Aussteiger-Leben geführt und dabei gemerkt, wie erfüllend es sein kann, „wenn nichts von selber geht“. Zwar will er uns nicht alle wieder mit offenem Feuer hantieren lassen. Aber als Therapeut regt er dazu an, die eigene Umgebung achtsamer zu betrachten und alte Dinge wertzuschätzen. Es würde nicht nur der Umwelt, sondern auch unserer Psyche guttun. „Die Konsumgesellschaft tendiert sehr dazu, dass man einen bestimmten Standard halten muss“, sagt er. Wer sich davon distanziere, auf Manches verzichte oder Gegenstände repariere, sei viel unabhängiger. „Letztlich gewinnen Sie dadurch Zeit und Energie, die Sie sonst den Produzenten überflüssiger Dinge in den Rachen werfen“, sagt Schmidbauer.

Auch die Bloggerin Nunu Kaller distanzierte sich vom Shopping und fasste am 15. Januar 2012 einen Vorsatz: Ein Jahr lang würde sie keine neue Kleidung kaufen und auf ihrem Blog ichkaufnix.com öffentlich von ihrem Experiment berichten. In diesem Jahr lernte sie nicht nur ihre bestehende Garderobe wieder besser kennen, sondern sogar, selbst Kleidungsstücke zu nähen oder zu stricken. „So ein Paar Socken ist wirklich keine Hexerei“, sagt sie. Heute weiß sie, was einen guten Stoff oder eine saubere Naht ausmacht, die nicht nur ein paar Wäschen hält. „Früher kaufte ich ein schönes T-Shirt gleich in mehreren Farben. Es kostete ja nur ein paar Euro“, erinnert sie sich. Im Secondhand-Laden sind die Preise ähnlich günstig, nur ist die Zweitverwertung von Textilien viel ökologischer.

Kallers bester Tipp sind aber Tauschpartys: „Das ist immer ein großer Spaß.“ Beim Kleidertauschen bekommt sie eine abwechslungsreiche Garderobe, ohne einen Cent auszugeben. „Was ein anderer wegwerfen will, kann ja für dich der größte Schatz sein.“ Inzwischen ist Kaller die österreichische Projektmanagerin der globalen Greenpeace-Kampagne „Detox“ für schadstofffreie Kleidung. Regelmäßig stellt sie im Blog öko-faire Labels vor. Denn Mode macht ihr weiterhin Spaß. Nur überlegt sie heute länger, ob sie ein neues Stück wirklich braucht und wie sie es kombinieren könnte.

Auch das könnte ein Trick sein: Wer über Konsumentscheidungen gründlich nachdenkt, verlängert die Zeit der Vorfreude. Kaller sucht momentan nach einer neuen Jeansjacke: „Meine fällt bald auseinander. Und weil ich weiß, dass ich so eine Jeansjacke sehr viel trage, soll es eine gute sein“, erzählt sie. „Die darf dann auch ein bisschen was kosten.“ Wenn sie endlich ihre neue Jeansjacke findet, wird ihr diese bestimmt lange Freude bereiten.


Klimakiller Konsum

Im Bericht zur Lage der Welt 2010 benennt das Worldwatch Institute den weltweiten Konsum als „Klimakiller Nummer eins“.


Werbung

Wer sich Zeit lässt, das Für und Wider eines Produktes abzuwägen, geht den Versprechen der Werbung weniger auf den Leim.


Krisenfest

Kartoffeln pflanzen, Kleider nähen – der Trend des Selbermachens fördert fast verschüttete Fähigkeiten zutage.


Rücksichtsvoll konsumieren

Die österreichische Initiative „Clean Euro“ hat ein System entwickelt, mit dem man rasch einschätzen kann, wie nachhaltig der eigene Konsum ist. Bei jeder Ausgabe soll man drei Kriterien bewerten: Wurde das Ding nahe, fair und ökologisch hergestellt? Für jedes Ja darf man ein Drittel des Kaufpreises als gut investierte Summe werten. So kann zum Beispiel eine Tasse Kaffee fair und ökologisch sein, wenn der Bio-Kaffee zu einem gerechten Preis vom Bauern abgenommen wurde und ordentlich entlohntes Personal ihn zubereitet und serviert hat. Nur nah ist er nicht. Von drei Euro wären in diesem Fall also zwei Euro „sauber“. Viele Tipps für möglichst rücksichtsvolles Konsumieren bietet die Initiative unter www.cleaneuro.at.


Interview: „Konsumieren macht unkreativ“

Schrot&Korn: In Ihrer „Enzyklopädie der Dummen Dinge“ sezieren Sie die Produkte unseres Alltags in ihre Unzulänglichkeiten. Woher kommt dieses Interesse für den Reißverschluss oder den Duschkopf?

Wolfgang Schmidbauer: Ich habe verstanden, dass man Konsumverhalten mit moralischen Appellen nur schwer verändern kann. Die wecken eher Trotz und bewirken das Gegenteil. Darum habe ich mich diesmal mit Kleinigkeiten beschäftigt, bei denen wir die Wahl haben: Wollen wir einfach weiter alles wegwerfen und neu kaufen? Oder entdecken wir den Spaß, den es macht, etwas zu pflegen und zu reparieren?

S&K: Was passiert mit uns, wenn wir achtsam mit Gegenständen umgehen?

WS: Viele Dinge unserer Konsumgesellschaft nehmen uns Kreativität, rauben uns Beschäftigung und Ablenkung. Es geht ja so schnell, sich durch einen neuen Kauf wieder in einen entspannten Zustand zu versetzen. Aber das klassische Konsumieren ist eine extreme Einschränkung der menschlichen Potenzen. Wer hingegen etwas reparieren oder pflegen kann, hat ein Ding wirklich verstanden. So lernt man neue Fertigkeiten und fühlt sich gut.

S&K: Warum kaufen wir trotzdem so viel?

WS: Der Mensch ist beides: fleißig und faul. Die Konsumwelt zielt vor allem auf das Ruhebedürfnis der Menschen ab. Man soll im Beruf hochspezialisiert Leistung erbringen und es den Rest der Zeit möglichst bequem haben. Aber wir brauchen Bewegung, um gesund zu bleiben.

S&K: Inwiefern schadet uns der Konsum?

WS: Wir können uns nicht mehr außerhalb vom Büro verwirklichen. Gute Technik aktiviert uns und lässt uns kreativ werden. In der Kunst ist das selbstverständlich: Eine automatisch spielende Geige würde man nicht anfassen. Doch ein großer Teil unserer modernen Technik bringt uns nichts mehr bei, wir verstehen sie nicht – was auch demütigend ist. Wenn das Gerät mal versagt, können wir es nur zum Fachmann bringen oder gleich durch ein neues ersetzen.


Mehr zum Thema

‣ www.kaufda.de/info/konsum-in-echtzeit
Die Plattform zeigt eine sekündlich aktualisierte Grafik der bundesweit verbrauchten Konsumgüter.

‣ https://project.yunity.org
Raphael Fellmer, Mitgründer der Plattform „Foodsharing“, hat mit Frau und zwei Kindern fünf Jahre ohne Geld gelebt. Nun startet er ein weiteres großes Projekt, das viele Konsum-Alternativen unter einem Dach vereinen soll.

Fromm, Erich:  Haben oder Sein.
dtv Verlagsgesellschaft, 43. Auflage 2016, 272 Seiten, 9,90 €

Kern, Björn: Das Beste, was wir tun können, ist nichts.
Fischer Taschenbuch, 4. Auflage 2016, 256 Seiten, 9,99 €

Kreiß, Christian: Werbung – nein danke.
Europaverlag, 2016, 352 Seiten, 24,90 €


(Quelle: schrotundkorn.de)

Montag, 20. März 2017

Spinat-Reis-Topf

Zutaten für 2 Personen:
- 200 g Reis (Garzeit 35 min.)*
- 200 g Spinat
- 1 Zwiebel
- 35 g Mandelblättchen
- 30 g getrocknete Aprikosen
- 400 ml Gemüsebrühe
- 1/2 TL Zimt gemahlen
- 1 Prise Kardamom gem.
- 1/2 TL Kurkuma
- Salz, Pfeffer



Die Mandeln in einer Pfanne ohne Fett etwas anrösten.
Zwiebel und Aprikosen würfeln.

In einem Topf die Zwiebelwürfel anbraten. Die Gewürze und den Reis zugeben. Kurz mitbraten.
Mit der Gemüsebrühe ablöschen und abgedeckt 30 min. bei niedriger Hitze kochen.
Aprikosen und Spinat untermischen. Für weitere 5 min. köcheln lassen (evtl. ein wenig Wasser dazu gießen). Die Mandeln ebenfalls untermischen und mit Salz & Pfeffer abschmecken.

Guten Appetit!


*Wenn ihr Reis mit anderer Garzeit benutzen möchtet, einfach die Kochzeit entsprechend anpassen.

Freitag, 17. März 2017

Der Konzernatlas

Die "Heinrich-Böll-Stiftung" hat wieder einen Atlas herausgegeben - diesmal geht es um "Daten und Fakten über die Agrar- und Lebensmittelindustrie"

>>Die Produktion von Lebensmitteln hat nur in seltenen Fällen etwas mit bäuerlicher Landwirtschaft, mit traditionellem Handwerk und einer intakten Natur zu tun. Sie ist heute weltweit vor allem ein einträgliches Geschäft von wenigen großen Konzernen, die sich die Felder und Märkte untereinander aufteilen. Und der Trend zur Machtkonzentration geht weiter. Übernahmen wie die von Monsanto durch Bayer oder die Aufteilung der Märkte von Kaisers/Tengelmann zwischen Rewe und Edeka sind nur die Spitze eines Eisberges, zu dem eine problematische Marktmacht und großer politischer Einfluss gehören. Außerdem ist die industrielle Landwirtschaft weltweit für gravierende Klima- und Umweltprobleme verantwortlich.<<

(Quelle: boell.de)

(Quelle: boell.de)

(Quelle: boell.de)

Der Atlas ist sehr interessant und spannend - unbedingt lesen!

Entweder hier: boell.de

Oder über mein Verzeichnis - siehe rechte Seite
(dort können auch die Atlanten der letzten Jahre aufgerufen werden).


Montag, 13. März 2017

Nudeln mit scharfer Tofu-Sahne-Soße

Zutaten für 2 Personen:
- 300 g Nudeln
- 150 g Räuchertofu
- 1 Zwiebel
- 1 TL Ajvar (mehr, wer es noch
   schärfer möchte)
- 1 TL Paprikapulver edelsüß
- 1/4 TL geräuchertes Paprikapulver
- 200 ml Reissahne
- 1 EL Petersilie
- Salz, Pfeffer



Nudeln nach Packungsanleitung kochen.
Räuchertofu und Zwiebel würfeln.
Den Tofu in einer Pfanne scharf anbraten, danach die Zwiebel dazu geben und mitbraten.
Ajvar und die beiden Paprikapulver unterrühren, kurz anschwitzen lassen. Mit Reissahne ablöschen und bei mittlerer Hitze ein wenig einköcheln lassen. Mit Petersilie, Salz und Pfeffer abschmecken.

Guten Appetit!

Freitag, 10. März 2017

Vegan unterwegs

Nicht nur in Nürnberg kann man lecker indisch essen gehen, sondern auch in Erlangen...

Und zwar beim "Restaurant Boliwood"




Gemütlich eingerichtet und eine angenehme Atmosphäre, mit schönen Bildern an den Wänden und verschiedenen Götterstatuen - was mich besonders freut: eine sehr große Statue von Krishna steht dort auch :-))))))


Am Anfang gibt es aufs Haus Linsen-Fladen (Papadams) mit verschiedenen Dips - der dunkle von den dreien ist vegan (ein Dip mit Tamarinde), die anderen beiden leider nicht.


Mein Veggie hatte an dem Tag richtig Hunger ;-), deshalb gab es eine vegane Vorspeisenplatte für 2 (wirklich gut und zum Glück nicht so fettig wie manch andere frittierte Speise - für uns trotzdem eine eher seltene Ausnahme, weil wir ja mittlerweile etwas fettärmer essen).


Die Hauptgerichte können in verschiedenen Schärfegraden bestellt werden und sind sehr sehr lecker (zumindest schon mal was wir probiert konnten ;-) )!
Esst ihr gern scharf? Dann ist das genau das Richtige für euch - die erste Stufe "Pikant" wurde uns als "über deutsche Schärfe" erklärt (was sie dann auch definitiv war ;-) ). Aber auch wenn ihr Schärfe nicht so mögt, könnt ihr dort essen, da das Essen auch nur leicht scharf bestellt werden kann.

Auf der Speisekarte sind sehr schön alle Gerichte markiert, die vegan bestellt werden können (und das sind nicht wenig!). Bei Fragen dazu hilft euch die sehr freundliche Bedienung auch gerne weiter.


Jetzt habt ihr bestimmt Hunger bekommen - dann nichts wie auf nach Erlangen ;-):

Gerberei 8
91054 Erlangen
(super Parkmöglichkeiten beim Großparkplatz in der Parkplatzstraße)


Montag, 6. März 2017

Bohnen-Lauch-Suppe

Zutaten für 2 Personen:
- 425 g gekochte weiße Bohnen
  (170 g getrocknet)
- 1 kleiner Lauch
- 2 EL Cashewkerne
- 1 1/2 EL Zitronensaft
- 1 TL Thymian
- 1 TL Currypulver
- Salz, Pfeffer





Getrocknete Bohnen 8 - 12 Std. einweichen, danach 1 1/2 - 2 Std. köcheln lassen.

Cashewkerne evtl. einweichen lassen (mind. 30 min.), danach das Wasser abgießen.

Den Lauch klein schneiden und in einem Topf anbraten, bis er weich geworden ist.

Die gekochten Bohnen zusammen mit 350 ml Wasser in einem Mixer (oder mit dem Pürierstab) pürieren. Lauch, Cashewkerne, Zitronensaft, Thymian, Currypulver, Salz und Pfeffer untermischen. Alles noch einmal zu einer glatten Creme pürieren.

Die Suppe in einen Topf geben und ein paar Minuten köcheln lassen.

Dazu Brot / Baguette servieren.

Guten Appetit!

Freitag, 3. März 2017

Buchtipp

Heute sogar mal ein Tipp für eine Buchreihe:

"Die Waringham-Saga" von Rebecca Gable


Mein Plan war ja eigentlich, die Buchreihe komplett zu lesen, da es mittlerweile ein weiteres Buch ("Der Palast der Meere") gibt. Doch beim Warten auf die Erscheinung des neuen Buches habe ich mich dann dagegen entschieden: 
Ich finde ja das Mittelalter ganz toll mit Rittern und Burgen und allem drum und dran... der neue Roman findet mehr auf hoher See statt und zeitlich auch nicht mehr (?) im Mittelalter.

Ich kann aber auf jeden Fall die ersten 4 Bücher jedem "Mittelalter-Fan" bzw. Leuten, die gerne historische Romane lesen, empfehlen.

Die Romane behandeln die englische Geschichte ab dem 14. Jahrhundert und begleiten dabei die fiktive Familie "Waringham" über mehrere Generationen lang.

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"Das Lächeln der Fortuna":
Spannend und unterhaltsam von Anfang bis Ende. Ich habe mit Robert gelacht, geweint, gehofft und geliebt. Besonders das Team Robert + John of Gaunt fand ich unglaublich toll und hätte am liebsten noch viel viel viel mehr von den beiden lesen wollen!




"Die Hüter der Rose":
Mit John of Waringham wurde ich nicht gleich so "warm" wie mit Robert (ich habe ihn dann aber trotzdem ins Herz geschlossen). Die Geschichte verlor zwischendurch manchmal ganz kurz an Reiz, hat aber danach umso mehr wieder an Fahrt aufgenommen, so dass es mir schwer fiel, das Buch aus den Händen zu legen. An mehreren Stellen im Buch hat sich meine "Kehle im Hals zusammengeschnürt", da John und seinen Begleitern unglaublich schlimme Dinge zustoßen (aber zum Glück immer wieder heil daraus hervor kommen). Gerade zum Schluss hin ist das Buch nichts für schwache Nerven ;-) (wenn's um Mittelalter geht, darf man eben nicht zimperlich sein ;-) ).




"Das Spiel der Könige":
Nachdem ich beim letzten Buch zum Schluss hin John wirklich gern hatte, wurde ich bei "Spiel der Könige" etwas "unsanft" in die Runde der unbekannten Charaktere geworfen. Das war aber schnell vergessen, so dass ich auch von diesem Buch gefesselt war - obwohl ich beim Hauptcharakter, 
Julian of Waringham, immer wieder ins Grübeln kam, ob ich ihn jetzt mag oder nicht. Seine Zwillingsschwester Blanche dagegen hat mein Herz gleich erobert - was aber auch vielleicht daran liegen kann, dass dieses Buch das erste in der Reihe ist, in dem auch Frauen eine große Rolle spielen ;-). Rebecca Gable versteht es auch in diesem Buch, trotz oder auch gerade wegen schwieriger Charaktere und den grausamen Rosenkriegen, die Spannung immer aufrecht zu erhalten, so dass ich selten "nur ein paar Seiten" lesen konnte. Auch hier (wie in den vorherigen Teilen) dachte ich mir: wundervoll - mehr davon!




"Der dunkle Thron":
Nick war mir von Anfang an sympathisch, was vielleicht daran lag, dass er mich zu Beginn ein wenig an mich selbst erinnert hat ;-). Ungefähr in der Mitte des Buches verlor er zeitweise meine Sympathie, da er dort "wie besessen" von einer Sache ist und es dadurch scheint, als wäre ihm alles und alle Konsequenzen egal. Bis auf diesen kleinen, aber nicht unwichtigen Abschnitt im Buch,
 mochte ich ihn aber sehr und fand auch diesen Teil der Reihe wieder spannend, wundervoll und unterhaltsam - obwohl ich vor ein paar Jahren die Serie "Die Tudors" gesehen habe und dadurch die "grobe" Geschichte um den berühmten Henry VIII. bereits kannte.



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Wie schon oben erwähnt: die Reihe werde ich nicht weiter lesen ("Der Palast der Meere" scheint auch der letzte Roman in dieser Reihe zu sein), aber ich werde mir auf jeden Fall mal andere Bücher der Autorin ansehen, da sie einen sehr unterhaltsamen und spannenden Schreibstil hat.


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