Montag, 31. Oktober 2016

Afrikanischer Süßkartoffeleintopf

Zutaten für 3 - 4 Personen:
- 375 g schwarze Bohnen gekocht
  (150 g getrocknet)
- 450 g Süßkartoffel
- 1 Zwiebel
- 2 Dosen gewürfelte Tomaten
  (insgesamt 800 g)
- 4 EL Erdnussmus
- 1 TL Ingwer gemahlen
- 1 TL Koriander gemahlen
- 1/2 TL Kardamom gemahlen
- 1/2 TL Zimt
- Salz, Chillipulver / Cayennepfeffer

Getrocknete Bohnen 8 - 12 Std. einweichen, danach 1 1/2 - 2 Std. köcheln lassen.

Süßkartoffel und Zwiebel würfeln.
In einem Topf die Zwiebel mit dem Ingwer anbraten. Süßkartoffel dazu geben und kurz mitbraten.
Mit den Tomaten und 100 ml Wasser ablöschen. Abgedeckt bei mittlerer Hitze 15 min. köcheln. Erdnussmus und Bohnen untermischen, dann weitere 5 min. köcheln lassen. 
Mit den restlichen Gewürzen abschmecken.

Guten Appetit!

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Warum blühende Wiesen uns nützen

>>Je mehr es auf einer Wiese wimmelt, kreucht und fleucht, desto besser ist das auch für uns Menschen. Denn die Artenvielfalt in diesem Lebensraum beeinflusst auch, welche Dienste uns dieses Ökosystem leistet – und das noch stärker als bisher angenommen.



Eine blühende Wiese ist nicht nur schön anzusehen, mit ihr leistet uns die Natur auch
jeden Tag handfeste, kostenlose Dienstleistungen. Sie sorgt beispielsweise dafür, dass neuer, fruchtbarer Boden entsteht, reguliert das lokale Klima, filtert Wasser, liefert Nützlingen einen Lebensraum und dient nicht zuletzt unserer Erholung. Doch während beim Regenwald und anderen Ökosystemen diese Bedeutung bekannt und recht gut untersucht ist, ist das bei der Wiese nicht der Fall.

Einfluss so groß wie ein Unwetter

Das hat ein internationales Forscherteam um Santiago Soliveres von der Universität Bern nun nachgeholt. Für ihre Studie haben sie erstmals alle Gruppen entlang einer Nahrungskette in natürlichen Graslandschaften untersucht. Die Forscher sammelten dazu Daten auf 150 Wiesen zu insgesamt mehr als 4.600 Arten aus neun Gruppen der Nahrungskette. "Wie bei einem Puzzle haben wir uns ein zusammenhängendes Bild davon gemacht, wie bedeutsam einzelne trophische Gruppen für vierzehn von uns gemessene Ökosystemdienstleistungen sind", erklärt Soliveres.

Das überraschende Ergebnis: Der Einfluss der Artenvielfalt auf die Funktionsfähigkeit dieser Ökosysteme ist mindestens so groß wie der vieler Umweltfaktoren und Managementmaßnahmen. "Was das bedeutet, erkennt man spätestens, wenn man das nächste Mal Schutz vor einem Unwetter sucht oder einen gewaltigen Mähdrescher beobachtet", erklärt Volkmar Wolters von der Universität Gießen. Obwohl diese Ereignisse Aussehen und Umwelt der gesamten Wiese verändern können, ist der für uns meist unsichtbare Einfluss der Wiesenbewohner größer.

Vielfalt in mindestens drei Gruppen

Diese enorme Wirkung basiert darauf, dass es für den Erhalt jeder einzelnen Ökosystemfunktion eines hohen Artenreichtums in mindestens drei Nahrungsgruppen bedarf. "Je vielfältiger die Arten innerhalb der Gruppe, desto zuverlässiger wird die Ökosystemdienstleistung erbracht. Außerdem beeinflusst jede einzelne Gruppe zumindest eine Ökosystemdienstleistung", erklärt Soliveres.

Was aber bedeutet dies konkret? "Der Artenreichtum muss in allen Gruppen der Nahrungskette erhalten bleiben, damit die Natur zuverlässig weiter für uns im Verborgenen ‚arbeitet' wie wir es gewohnt sind", sagt Peter Manning vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum. Weil nicht immer klar ist, welche drei Gruppen für die jeweilige "Dienstleistung" der Wiese verantwortlich ist, ist die Artenvielfalt der Wiese insgesamt entscheidend.

Auch "Schädlinge" sind wichtig

"Ein mich besonders berührendes Ergebnis ist, dass sich gerade Artengruppen, die wir Menschen für schädlich, lästig oder gar überflüssig halten, als funktionell sehr wichtig erwiesen haben", kommentiert Wolters. Denn viele Insekten und Bodenorganismen spielen eine zentrale Rolle bei den Leistungen, die Natur für uns erbringt. "Pflanzen liefern Biomasse, die den Anfang der Nahrungskette bildet, aber Insekten wirken als Bestäuber und Bodenorganismen erhöhen durch Zersetzung und Rückhalt von chemischen Elementen wie Phosphor die Bodenfruchtbarkeit", sagt Soliveres. "Je mehr und je unterschiedlichere Individuen es besonders innerhalb dieser drei Gruppen gibt, desto positiver wirkt sich das auf alle Dienstleistungen aus."

Nach Ansicht der Wissenschaftler demonstriert ihre Studie vor allem Eines: Wenn wir in den Naturhaushalt von Wiesen und vermutlich auch anderen Lebensräumen eingreifen, schneiden wir uns damit langfristig selbst ins Fleisch. "Die Menschheit wird ihre Sichtweise auf die Natur, von der sie leichtfertiger Weise glaubt, dass man sie mit chemischen und mechanischen Mitteln beherrschen kann, deutlich verändern müssen", betont Wolters. "Nur dann werde sie den zukünftigen Herausforderungen an die Produktion von Nahrungsmitteln, Rohstoffen und Energie gewachsen sein."<<

(Quelle: natur.de)

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Dankbarkeit - 85


Die Dankbarkeit ist der Schlüssel zur Zufriedenheit. - Ernst Ferstl
In einem dankbaren Herzen herrscht ewiger Sommer - Celia Layton Thaxter
Dankbare Menschen entdecken überall Geschenke. - Hanno Nuhm

Mit Dankbarkeit wird man glücklicher, zufriedener, ist weniger gestresst und soll sogar besser schlafen - mehr als genug Gründe, öfter mal daran zu denken, für was wir alles dankbar sein können.

Deshalb werde ich euch hier regelmäßig mitteilen (ich versuche es zumindest ;-) ), wofür ich dankbar bin / die letzten Tage war.
Wer macht mit? :-) Hinterlasst mir gerne einen Kommentar oder erstellt selbst einen Post dazu auf eurem Blog.

Bei Karmindra und bei Ramona gibt es auch immer wieder eine Dankbarkeitsliste - schaut doch auch mal bei den beiden vorbei!





Ich bin dankbar...


-...dafür, dass ich mich schon super an meinen tollen neuen Tisch gewöhnt habe.
Seit ich ihn habe (fast 2 Monate) war ich nur 2x daran gesessen (insgesamt ca. 30 Minuten).
Mittlerweile ist es für mich ungewohnt, am Schreibtisch zu sitzen, statt zu stehen :-D



-...dafür, dass ich im Bioladen "frisches" Sauerkraut entdeckt habe
(war im Angebot, daher ist es mir zum ersten Mal aufgefallen).
Ich liebe das Sauerkraut aus dem Glas schon sehr, aber das frische ist nochmal ganz anders und noch leckerer. Wird nun auf jeden Fall öfter gekauft :-).




-...für die schöne Geburtstagsfeier von meinem Cousin.
Diesmal konnte ich auch länger bleiben und mich mehr mit den Leuten unterhalten, 
da mein Veggie auch dabei war (letztes Mal hatte er leider schon einen anderen Termin). 
Bei der letzten Feier bin ich zusammen mit meinen Eltern hin gefahren... die halten es 
bei sowas eher mit "nach Möglichkeit unter sich bleiben" und dann "Essen und weg" ;-).



-...für einen Einkauf beim "Boesner" für weitere Projekte :-)


Dienstag, 25. Oktober 2016

Kein Persilschein für Glyphosat!

>>Die Europäische Kommission hat die Genehmigung für Glyphosat vorläufig um 18 Monate verlängert. Bis dahin soll die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) eine Einstufung vornehmen, auf deren Basis dann über die Zukunft des Unkrautvernichters entschieden wird.

Schreiben Sie jetzt an den ECHA-Chef Geert Dancet: Die Fehler im bisherigen Bewertungsverfahren dürfen nicht wiederholt werden. Es darf keinen Persilschein für Glyphosat geben!<<



Montag, 24. Oktober 2016

Vegane Paprikaschnitzel

Zutaten für 2 - 4 Personen:
- 4 Soja Big Steaks
- 250 g Champignons
- 1 gelbe Paprika
- 1 rote Paprika
- 1 Zwiebel
- 2 - 4 Frühlingszwiebeln (je nach Größe)
- 9 EL Tomatenmark
- 50 ml Essig
- Paprikapulver edelsüß
- Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer
- evtl. Gemüsebrühe


Soja Big Steaks ca. 15 min. mit kochender Gemüsebrühe bedecken und einweichen (optional in heißem Wasser mit Rauchsalz, geräuchertem Paprikapulver, Liquid Smoke). Danach gut ausdrücken.

Die Steaks in einer Pfanne von beiden Seiten scharf anbraten, herausnehmen und evtl. warm stellen.
Das Gemüse würfeln / klein schneiden.
In einer Pfanne zuerst die Champignons anbraten, nach ein paar Minuten das restliche Gemüse dazu geben und mitbraten. Das Tomatenmark untermischen, kurz anschwitzen lassen und dann mit 400 ml Wasser und dem Essig ablöschen. Offen bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Die Soße mit Salz, Pfeffer, Cayennepfeffer und ordentlich Paprikapulver abschmecken. Die Steaks hinein geben und darin etwas erwärmen.

Dazu passen z. B. Kartoffelwedges.

Guten Appetit!

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Leben auf Pump


>> Es ist eine nüchterne Rechnung. Ungefähr so aufregend wie die Steuererklärung. Doch sie könnte helfen, die Erde vor dem Kollaps zu bewahren. In dem Buchhaltungssystem, das die Wissenschaftler Mathis Wackernagel und William Rees entwickelt haben, geht es wie so häufig in unseren Tagen um Schulden. Nicht Geld ist diesmal allerdings das entscheidende Maß. Vielmehr ist die Natur das Kapital, auf das es ankommt. Die Währung, in der gerechnet wird, ist die Biokapazität. Damit sind Wiesen, Wälder, Felder und all die anderen Flächen gemeint, die die Menschheit nutzt. In der Buchhaltung von Wackernagel und Rees ist das die Angebotsseite. Anbieter ist unser Planet.

Nachfrager – das sind wir, rund sieben Milliarden Menschen. Und was machen wir? Wir sind gierig. Mit fragwürdigen Fangmethoden fischen wir die Meere leer und mit umstrittenen Technologien wie dem Fracking sollen der Erde die letzten Reserven abgerungen werden. Wälder brauchen Jahrzehnte, um nachzuwachsen. Ozeane Jahrhunderte, um sich zu regenerieren. Doch diese Zeit lassen wir den Ökosystemen nicht. Stattdessen vermüllen wir sie mit immer mehr Abfall und pumpen Unmengen an Kohlendioxid in die Atmosphäre. All das ist messbar und in vielen Studien belegt.

Meist liegt der Fokus der Umweltdiskussion heute auf dem CO2-Ausstoß. Doch nähern wir uns auch den Grenzen der Belastbarkeit von Fischgründen, Wäldern, Ackerland und Trinkwassersystemen. Wie brisant die Lage ist, zeigt sich nirgendwo so deutlich wie in der Erfindung von Wackernagel und Rees: dem ökologischen Fußabdruck.

Deutschlands Abdruck ist groß. Er beträgt 5,3 globale Hektar pro Einwohner. Wenn alle Menschen so viel konsumieren würden wie die Deutschen, wären mehr als drei Erden nötig, um den Bedarf so zu decken, dass er nachhaltig wäre, Angebot und Nachfrage sich also die Waage halten würden. Errechnet hat das das Global Footprint Network. Die weltweit vernetzte Organisation mit dem 53-jährigen Wackernagel an der Spitze führt die Buchhaltung. Jahr für Jahr misst sie die Spuren, die wir in den Ökosystemen hinterlassen. Das Ergebnis ist ernüchternd.

„Mit unserer Wirtschafts- und Lebensweise beuten wir die Erde auf Kosten künftiger Generationen und der Menschen im globalen Süden aus“, sagt Julia Otten, Referentin für nachhaltiges Wirtschaften bei der Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch. Otten beruft sich auf die Zahlen des Global Footprint Network und macht eine weitere Rechnung auf. Die betrifft den sogenannten Erdüberlastungstag. „Das ist der Tag, an dem die nachhaltig nutzbaren Ressourcen eines Jahres aufgebraucht sind“, erklärt sie. Für Deutschland war das dieses Jahr der 29. April. Der globale Erdüberlastungstag fällt dieses Mal auf den 8. August. Im Jahr 2000 war es noch der 1. Oktober. Das Problem: Wir hören nach diesem Tag nicht schlagartig auf, Ressourcen zu verbrauchen. Der Buchhaltung von Wackernagel und Rees zufolge nehmen wir mehr als da ist, wir machen Schulden. Es ist die andere, vielleicht viel schlimmere Schuldenkrise.

Die Folgen sind sichtbar

Zu den spürbarsten Auswirkungen dieser Krise gehört die Erderwärmung. Und das nicht erst seit heute, wie Johannes Küstner, Referent bei der Hilfsorganisation „Brot für die Welt“, erzählt. „In den Ländern des Südens stellen wir schon seit zwei Jahrzehnten Veränderungen durch den Klimawandel fest“, sagt er. Starkregen und lange Dürren nähmen zu. Vor allem die ländliche Bevölkerung leide unter extremen Wetterereignissen. Die Menschen verlören ihre Ernten und ihr Vieh. Armut und Hunger seien die Folgen.

Unwetter und Trockenheit, wie wir sie verstärkt auch in unseren Breitengraden erleben, ist längst nicht alles. Der ausbeuterische Umgang mit der Natur führt dazu, dass die Pole schmelzen, Wüsten sich ausbreiten, Meere veröden. Das berühmte Great Barrier Reef in Australien etwa droht seine Artenvielfalt einzubüßen. Mehr als ein Drittel seiner Korallen sei schon tot oder dabei abzusterben, wie Wissenschaftler jüngst berichteten. Und nicht nur die Biodiversität nimmt ab. Auch die Rohstoffe werden knapper. Für immer mehr Menschen ist immer weniger vorhanden. „Wenn wir so weiter machen wie bisher, werden die Konflikte um Ressourcen zunehmen“, ist Julia Otten überzeugt. Die Flucht nach Europa ist auch eine Flucht vor den Folgen unserer Wirtschafts- und Lebensweise.

Ungeheure Datenmenge

Die Kohlendioxid-Emissionen, die wir durch das Verbrennen von Öl, Kohle und Co. produzieren, machen mit zirka 50 Prozent den mit Abstand größten Teil unseres ökologischen Fußabdruckes aus. Allein in Deutschland werden jährlich rund 800 Millionen CO2 in die Luft gepustet. Das macht fast zehn Tonnen pro Kopf. Im globalen Durchschnitt ist es halb so viel. Auch aufs Auto, Fleisch und andere tierische Produkte wollen wir nicht verzichten. Das hat direkte Auswirkungen auf den Flächenbedarf. Für Straßen werden Flächen versiegelt und für Tierfutter Wälder gerodet. Die Buchhaltung von Wackernagel und Rees führt Tausende solcher Daten zu einem Wert zusammen. Das ist ihre Stärke – und Schwäche zugleich. Einerseits wird auf diese Weise sehr gut greifbar, dass die Ressourcen unseres Planeten begrenzt sind und wir die Erde besser vor uns schützen müssen. Andererseits ist das Bild unvollständig.

Trotz der ungeheuren Datenmenge, die hinter der Berechnung steht, erfasst der ökologische Fußabdruck nicht alle Größen. Der Wasserverbrauch und der Verlust an Biodiversität etwa bleiben unberücksichtigt. Wackernagel macht daraus kein Geheimnis. Er räumt ein, dass die Methode nicht perfekt ist. An der Aussagekraft seiner Erfindung zweifelt er indes nicht. Sein Traum ist es, dass die Vereinten Nationen den Fußabdruck als Messinstrument übernehmen und weiterentwickeln.

Wer seinen ganz persönlichen Fußabdruck wissen will, kann ihn ziemlich schnell und einfach messen. Dafür gibt es sogenannte Footprint-Rechner. Diese kleine Software funktioniert ähnlich wie ein Klimarechner. Die Nutzer müssen Fragen aus den Bereichen Wohnen, Mobilität, Ernährung und Konsum beantworten. Wie groß ist Ihre Wohnung? Verfügen Sie über ein Auto? Nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel? Wie oft in der Woche essen Sie Fleisch? Welchen Anteil machen Bio-Produkte bei Ihrer Ernährung aus? Wie viel Geld geben Sie für Unterhaltung, Restaurantbesuche und andere Freuden des Lebens aus? Das Ganze dauert ungefähr eine Viertelstunde. Die Fragen variieren von Footprint-Rechner zu Footprint-Rechner. Auch die Ergebnisse können etwas voneinander abweichen. Bei ihnen handelt es sich ohnehin um Abschätzungen. Doch die Botschaft wird klar, wie Küstner sagt: „Wir müssen unseren ökologischen Fußabdruck verkleinern.“ Das gilt nicht nur für die Deutschen. In den Berechnungen des Global Footprint Network liegt die Bundesrepublik im weltweiten Vergleich auf Rang 25. Auch die Menschen in den USA, in Kanada sowie in mehr als 80 weiteren Staaten dieser Welt leben über ihre Verhältnisse. Der ökologische Fußabdruck eines Erdenbürgers misst im Durchschnitt 2,8 globale Hektar. Die nachhaltig verfügbare Fläche pro Kopf beträgt laut dem Global Footprint Network aber nur 1,7 globale Hektar.

Schaffen wir den Wandel?

Wie belastbar die Erde noch ist, kann zurzeit wohl niemand mit absoluter Gewissheit sagen, aber schaut man sich die Daten der vergangenen Erdüberlastungstage an, rückt der Tag der Abrechnung offenbar immer näher. Die Erde zu entlasten, bezeichnet Mathis Wackernagel in seinem Buch daher als die „zentrale Herausforderung des 21. Jahrhunderts“. Die Hoffnung des gebürtigen Schweizers: „Wenn alle ihren eigenen Ressourcenkonsum bewusster steuern, und zwar aus Eigeninteresse, kann es eher gelingen, allen Menschen ein gutes, ein würdiges Leben innerhalb der Grenzen dieses einen Planeten zu ermöglichen.“

Alle – dazu zählen auch Städte und Unternehmen. Auch sie haben einen ökologischen Fußabdruck. Doch es gibt erst wenige, die sich wie etwa die kanadische Metropole Calgary vermessen lassen. Vielleicht, weil sie Angst vor den Resultaten haben. Der Fußabdruck von Calgary, den das Global Footprint Network in einer Fallstudie ermittelte, ist riesig. Er liegt 30 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Immerhin hat das Ergebnis die Stadt aufgerüttelt. Als eine der ersten Maßnahmen ließ sie das öffentliche Straßenbahnsystem auf regenerative Energie umstellen. Eine Energiewende weg von fossilen Brennstoffen hin zu Sonnen-, Wind- und Wasserkraft würde die Erde sicherlich spürbar entlasten.

Die Philosophie von „cradle to cradle“ könnte ebenfalls heilende Wirkung haben. Diese Form der Kreislaufwirtschaft sieht vor, dass alle in einer Produktion eingesetzten Materialien biologisch abbaubar oder wiederverwendbar sein müssen. Die Hoffnung Wackernagels auf eine schuldenfreie Welt ist also nicht unbegründet. Der Wissenschaftler glaubt: „Es ist möglich, dass der gesamte Footprint der Menschheit schon vor dem Jahr 2100 unter einer Erde liegt, falls wir uns wirklich dafür einsetzen.“

Overshoot

Seit Anfang der 1970er-Jahre werden weltweit pro Jahr mehr Ressourcen verbraucht als sich in einem Jahr wieder neu bilden können.

Rangliste

Im weltweiten Footprint-Vergleich liegt Deutschland auf Platz 25. Den größten ökologischen Fußabdruck hat Luxemburg mit 15,8 globalen Hektar pro Einwohner.

Hintergrund: Was ist der ökologische Fußabdruck?

‣ Der ökologische Fußabdruck misst den Verbrauch an biologisch produktiver Erdoberfläche (Felder, Wälder und andere Flächen), die nötig ist, um den Bedarf eines Menschen an Energie, Wohnraum, Lebensmitteln und anderen Gütern zu decken. Er zeigt an, wann die biologischen Kapazitäten überlastet sind und in welchem Ausmaß.

‣ Das Konzept, das von den beiden Wissenschaftlern Mathis Wackernagel und William Rees in den 1990er-Jahren entwickelt wurde, schließt auch Flächen ein, die zur Entsorgung von Müll und zum Binden von Kohlendioxid genutzt werden.

‣ Gemessen wird der ökologische Fußabdruck in globalen Hektar. Im Unterschied zum normalen Flächenmaß umfasst ein globaler Hektar nicht allein die Größe einer Fläche. Auch ihre Produktivität zählt. Wüsten etwa sind weniger produktiv als Ackerland oder Meere.

Was zu tun ist: Handeln und fordern

- Schon kleine Veränderungen im eigenen Konsumverhalten können helfen, die Erde zu entlasten. Eine Idee: weniger besitzen. Die Alternativen heißen teilen, tauschen, leihen und schenken. Mit Freunden und der Nachbarin funktioniert das vielleicht schon gut. Warum nicht mit dem ganzen Haus eine Leih- und Tauschgemeinschaft gründen? Selbst ein Auto könnte man sich teilen. Kurze Wege aber lieber zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen. Das ist besser – für die Umwelt und die eigene Gesundheit sowieso.
Auch beim Einkaufen heißt es mitdenken. Bio-Lebensmittel werden ressourcenschonend produziert. Und nicht bei allen Konsumgütern lohnt sich ein Neukauf. Vieles ist aus zweiter Hand erhältlich. Die Qualität kann sogar die von Neuware übertreffen. Mit gebrauchten Produkten schont man nicht nur die Ressourcen, sondern oft auch seinen Geldbeutel.

- Die Entwicklungs– und Umweltorganisation Germanwatch fordert zusammen mit 40 weiteren zivilgesellschaftlichen Partnern von der Bundesregierung einen wirksameren Klimaschutz. Sie setzt sich dafür ein, dass Deutschland seine Treibhausgas-Emissionen deutlich verringert – andernfalls seien die Klimaziele, die im Dezember 2015 in Paris vereinbart wurden, nicht zu erreichen.
Konkret spricht sich die Organisation für einen schnellen Ausstieg aus der Kohle, eine Verkehrswende sowie eine Reform des Emissionshandels aus. Eine ihrer jüngsten Forderungen betrifft den Wasserschutz. In der Massentierhaltung fällt so viel Gülle an, dass die Bauern nicht wissen, wohin damit. Es kommt zur Überdüngung und somit zur Belastung der Gewässer mit Nitrat. Germanwatch ist dafür, in besonders betroffenen Regionen den Tierbestand zu verringern.

Mehr zum Thema

‣ www.fussabdruck.de
Footprint-Rechner der Hilfsorganisation „Brot für die Welt“.

‣ www.footprintnetwork.org
Informationen des Global Footprint Network rund um ökologische Fußabdrücke, unter anderem von Ländern, Städten, Unternehmen.

‣ www.germanwatch.de
Der Verein setzt sich für globale Gerechtigkeit und den Erhalt der Lebensgrundlagen ein.

‣ www.overshootday.org
Englischsprachige Website zum globalen Erdüberlastungstag.

‣ Wackernagel, Mathis; Beyers, Bert: Footprint. Die Welt neu vermessen.
Europäische Verlagsanstalt, 2. überarbeitete Auflage 2016, 256 S., 19,90 Euro

‣ Kolbert, Elizabeth:  Das 6. Sterben.  Wie der Mensch Naturgeschichte schreibtKolbert, Elizabeth: Das 6. Sterben. Wie der Mensch Naturgeschichte schreibt.
Suhrkamp 2016, 300 S., 12 Euro

‣ Braungart, Michael; McDonough, William: Intelligente Verschwendung. The UpcycleBraungart, Michael; McDonough, William: Intelligente Verschwendung. The Upcycle.
Oekom Verlag 2014, 208 S., 17,95 Euro<<

(Quelle: schrotundkorn)

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Dankbarkeit - 84


Die Dankbarkeit ist der Schlüssel zur Zufriedenheit. - Ernst Ferstl
In einem dankbaren Herzen herrscht ewiger Sommer - Celia Layton Thaxter
Dankbare Menschen entdecken überall Geschenke. - Hanno Nuhm

Mit Dankbarkeit wird man glücklicher, zufriedener, ist weniger gestresst und soll sogar besser schlafen - mehr als genug Gründe, öfter mal daran zu denken, für was wir alles dankbar sein können.

Deshalb werde ich euch hier regelmäßig mitteilen (ich versuche es zumindest ;-) ), wofür ich dankbar bin / die letzten Tage war.
Wer macht mit? :-) Hinterlasst mir gerne einen Kommentar oder erstellt selbst einen Post dazu auf eurem Blog.

Bei Karmindra gibt es auch immer wieder eine Dankbarkeitsliste - schaut doch auch mal bei ihr vorbei!





Ich bin dankbar...

-...dafür, dass im Wald wieder Pilze wachsen - nicht weil ich sie essen will (da reichen mir die Champignons aus dem Bioladen), sondern weil's immer so hübsch aussieht :-)




-...dafür, dass ich wieder Rehkitze im Wald gesehen habe, diesmal 2 - sooooo süß :-)



-...für eine kleine Runde wieder "Kind sein".
Unser Neffe hat wieder bei uns übernachtet und am nächsten Tag waren wir am Spielplatz in der Nähe - dort konnten auch wir ein bisschen spielen ;-)

Eine Runde schaukeln ist doch was tolles :-)



-...dafür, dass mir "Minecraft" wieder Spaß macht.

Nachdem ich es nach über 60 Stunden geschafft habe, meine erste Kolonie in "Rimworld" ins All zu schicken (irgendwann spiele ich vielleicht mit einer neuen) und ich ansonsten alle Spiele (für mich) abgeschlossen und gleich deinstalliert habe, bleiben mir noch ein paar "Gelegenheitsspiele" für zwischendurch, da passt dann Minecraft wunderbar rein ;-).

Wie ich euch ja schon einmal erklärt habe, spiele ich das Spiel mal sehr ausgiebig, dann wieder eine lange Zeit gar nicht - daran, dass ich jetzt wieder spiele, ist Gronkh schuld :-D
Ich habe bei ihm gesehen, dass es eine ganz tolle Modsammlung namens "Life in the woods" gibt, da hatte ich dann wieder richtig Lust darauf. 
Ich kann euch ja mal zeigen, warum:



Sieht das nicht wundervoll aus
(das Wasser und der Himmel sehen nur bei installiertem Shader so aus)?
Also ich find's richtig schön :-)

Wenn ihr das auch spielen möchtet, ein paar Tipps und Hinweise:

- ihr solltet etwas englisch können, da man das Spiel zwar auf deutsch umschalten kann, allerdings ist nicht alles zu 100% übersetzt bzw. komplett richtig (z. B. "Grüner Pfeffer" statt "grüne Paprika", weil in englisch "green bell pepper").

- es können noch weitere Mods installiert werden, Gronkh hat eine Liste von den Mods gemacht, die er benutzt (unter "Alle Modifikationen): Gronkh Let's plays.
Dabei solltet ihr aber auch englisch können (viele Seiten sind auf englisch) und euch einigermaßen mit dem PC auskennen, bzw. jemanden an der Hand haben, der das kann.
Ganz wichtig: Es werden die Mods für die Version 1.7.10 benötigt (diese müssen nur in den Mod-Ordner, siehe weiter unten, kopiert werden).
Einfach mal durchlesen / ausprobieren, ob und was ihr noch so haben möchtet.
Ich persönlich habe die "Thermal"-Mods wieder gelöscht (es gibt 2 - die eine wird für die andere benötigt), da es dadurch viele schwarze Löcher und "komische" Flüssigkeiten in der Welt gibt. Dadurch muss dann auch "Minefactory reloaded" gelöscht werden, da diese Mod einen von den "Thermal"-Mods benötigt.

- bei LITWR alleine wird ein Installer heruntergeladen, der "alles alleine" macht, man muss nur entscheiden, ob man die "Basic" oder die "Hungry"-Version haben möchte (Hunger ist jetzt ein größeres Thema bei Minecraft, früher musste man im friedlichen Modus nichts essen, jetzt sogar da. Bei der "Hungry"-Version hat man viel mehr Hunger als bei "Basic").
Und wer möchte, kann über den Installer auch einen Shader installieren (verschiedene Stufen zur Auswahl).

- wenn euch die Grillen genauso stören und ihr sie abschalten wollt, hier die Anleitung:
=> GUI Library und MobSpawnControls2 downloaden und in den Mod-Ordner verschieben (unter [Benutzername] /.litwrl / games / LitWR.Basic [bzw. Hungry])
Beides in Gronkh's Liste verlinkt - bei GUI aber nicht die obersten Versionen, sondern die Version für 1.7.10 nehmen (aktuell auf der 3. Seite, am 2. Januar 2015 gepostet)
=> das Spiel starten und die Tastenbelegung ändern: die Taste "F6" ist für Twitch belegt - dafür etwas anderes vergeben
=> eure Welt starten und "F6" drücken
=> "Configs" -> "Vanilla" auswählen -> "Spawn controls" -> "by entity" -> "ambient" -> "cricket" auswählen -> "edit"
=> alle Biome, in denen die Grille vorkommt, sind grün markiert -> dort den Haken bei "Enabled" entfernen und dann "Save"
=> sollten dann noch Grillen sichtbar sein, werden diese nach kurzer Zeit despawnen

Solltet ihr noch Fragen zu LITWR und / oder Mods haben, könnt ihr euch gerne an mich wenden, ich versuche euch dann weiter zu helfen.


Dienstag, 18. Oktober 2016

Bitte helft mit, solche schrecklichen Dinge zu beenden...

Tierquälerei in Ställen von CDU-Bundestagsabgeordneten

>>Die gesellschaftliche Debatte um die Zustände in den sogenannten Nutztierhaltungsanlagen entflammt immer wieder von neuem. Verletzte Tiere; Schweine und Puten, die nicht mehr oder kaum laufen können; Kadavertonnen voller toter Tiere – mit einer erschreckenden Regelmäßigkeit erschüttern diese Bilder aus deutschen Anlagen die Verbraucher. Die Industrie und Lobbyvertreter sprechen in diesen Fällen gerne von Einzelfällen, wenigen Ausnahmen oder einem nicht repräsentativen Bild. Nun beweist neues Bildmaterial, das PETA vorliegt, dass sogar Agrarlobbyisten, die Bundestagsabgeordnete der CDU/CSU sind, 
zu solchen „Einzelfällen“ zählen.<<

Bitte unterschreibt die Petition von PETA, um diese Tierquälerei zu stoppen!


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Pferde sind keine Blutbeutel auf vier Beinen

>>Jedes Jahr werden zahlreiche Pferde als Lebendspender von Gegengiften, sogenannten Antitoxinen, missbraucht. Hierzu wird den Pferden zunächst mehrfach das entsprechende Gift injiziert; anschließend werden die Antitoxine aus ihrem Blut isoliert. Viele dieser Pferde befinden sich in Produktionsbetrieben in Indien. Mit behördlicher Genehmigung war es mehreren Tierärzten und einem Wissenschaftler von PETA India sowie anderer Organisationen 2015 möglich, zehn solcher Betriebe einzusehen – und dabei schlimme Missstände aufzudecken.<<

Bitte unterschreibt die Petition von PETA, damit die Pferde nicht länger für die Antitoxin-Herstellung missbraucht werden!


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Pelzfarmverbot in Deutschland

>>In Deutschland existieren noch sechs Nerzfarmen, gegen die die Behörden bereits seit 4 Jahren wegen systematischer Verstöße gegen die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung aktiv geworden sind. Aktuell blockieren einige Bundestagsabgeordnete der CDU/CSU-Fraktion innerhalb der Großen Koalition ein vorliegendes Gesetzesvorhaben, und das geplante Pelzfarmverbot droht, ohne Berücksichtigung der Wähler hinter verschlossenen Türen beerdigt zu werden! Dabei befürworten laut einer repräsentativen GfK-Umfrage 80 Prozent der Deutschen ein Pelzfarmverbot durch den Bundestag.<<

Bitte unterschreibt die Petition von PETA, um den Bundestag aufzufordern, ein entsprechendes Gesetz zu beschließen!


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DANKE EUCH ALLEN! 


Montag, 17. Oktober 2016

Blumenkohl-Kartoffel-Auflauf

Zutaten für 2 - 4 Personen:
- 1 Blumenkohl
- 500 g Kartoffeln vorw. festkochend
- 125 g feine Sojaschnetzel ("Hack")
- 1 Zwiebel
- 250 ml Reissahne
- 200 + 250 ml Sojamilch
- 1 EL Speisestärke
- 1 EL Kräuter der Provence
- 1 TL Petersilie
- 2 EL Mehl
- 4 EL Hefeflocken
- 1 TL Senf
- Paprikapulver, Salz, Pfeffer

Sojaschnetzel in heißer Gemüsebrühe (optional Wasser mit Liquid Smoke, geräuchertem Paprikapulver, Rauchsalz) ca. 10 - 15 min. ziehen und danach in einem Sieb abtropfen lassen.

Zwiebel würfeln.

Die Kartoffeln ca. 30 min. vorkochen, danach in Scheiben schneiden und in eine Auflaufform schichten. Blumenkohl in Röschen teilen und über die Kartoffeln geben.

Die Schnetzel in einer Pfanne ein paar Minuten gut anbraten. Zwiebel dazu geben und etwas mitbraten. Sahne mit 200 ml Sojamilch, Speisestärke, Kräutern, Paprikapulver, Salz und Pfeffer vermischen. Die Pfanne damit ablöschen und alles kurz auf niedriger Hitze köcheln lassen.
Evtl. danach abschmecken.

Die Soße über den Blumenkohl in der Auflaufform gießen.

Für den Hefeschmelz das Mehl in einem kleinen Topf bei mittlerer - hoher Hitze rösten,
bis es zu duften beginnt. Mit dem Schneebesen umrühren und die restliche Sojamilch
nach und nach dazu geben. Danach Hefeflocken, Senf, Salz und Pfeffer unterrühren.
Den Hefeschmelz auf dem Auflauf verteilen und bei 180° Ober-/ Unterhitze
ca. 25 min. offen backen.

Guten Appetit!


Donnerstag, 13. Oktober 2016

Das Wegwerfen geht weiter

>>Noch immer landen jedes dritte Brot und jeder dritte Apfel im Müll. Dabei gäbe es viele Möglichkeiten, das zu ändern.


Die ersten 122 Tage diesen Jahres haben Bauern und Lebensmittelfirmen nur für die Mülldeponie produziert, denn alle Nahrungsmittel, die sie bis dahin hergestellt haben, landeten in der Tonne. Rein statistisch zumindest, das hat die Umweltorganisation WWF ermittelt. Damit hat sich der 2. Mai den wenig schmeichelhaften Titel „Tag der Lebensmittelverschwendung“ eingehandelt.

Fünf Jahre nach dem Kinofilm „Taste the Waste“ und vielen Diskussionen über das erschreckende Ausmaß der Lebensmittelverschwendung werfen wir noch immer rund ein Drittel unserer Nahrungsmittel weg. In Deutschland sind es laut WWF 18 Millionen Tonnen im Jahr, weltweit spricht die FAO von 1,3 Milliarden Tonnen. Dieses Ausmaß an Lebensmittelverschwendung ist nicht nur moralisch verwerflich. Es hat ernste Konsequenzen – für die Menschen in den Entwicklungsländern und für das Klima.

Brisanz war lange Zeit nicht klar

Lebensmittelverschwendung war lange Zeit kein Thema. Den Stein ins Rollen brachte der Filmemacher Valentin Thurn, als er 2008 eine Reportage über Menschen drehte, die Lebensmittel aus den Mülltonnen der Supermärkte holen: „Als die Mülltaucher die Container der Märkte geöffnet haben, haben sie auch meine Augen geöffnet, ich konnte das gar nicht glauben“, erinnert sich Thurn. „So viele gute Lebensmittel!“ Das Team wollte herausfinden, warum es sich für Unternehmen lohnt, essbare Lebensmittel zu entsorgen. Bei der Recherche stießen sie zunächst auf eine riesige Datenlücke. Niemand kannte Zahlen zum Anteil von Lebensmitteln im Müll, niemand konnte sagen, wo überall Essen verschwendet wird und warum.

Thurn und sein Team interviewten Supermarkt-Manager, Großmarkt-Inspektoren, Landwirte und Politiker und produzierten 2010 zunächst eine Fernsehdoku und später den Kinofilm „Taste the Waste“. Die Zuschauer reagierten genauso bestürzt wie der Regisseur. Schon kurze Zeit nach der Ausstrahlung ließ die damalige Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner eine Studie in Auftrag geben, die die Datenlücken schließen sollte.

Das Ergebnis wurde 2012 veröffentlicht: Als größte Verursacher für Verluste wurden die Privathaushalte ausgemacht. Sie sollen zu 61 Prozent für Lebensmittelabfälle verantwortlich sein, der Handel nur für fünf Prozent. Der Schwerpunkt der bundesweiten Kampagne des Landwirtschaftsministeriums „Zu gut für die Tonne“ richtet sich dann auch entsprechend an die Verbraucher.

Wer wirft mehr weg?

Die ermittelten Zahlen sind jedoch stark umstritten. „Die Studie wurde in der Öffentlichkeit verkürzt wiedergegeben und so lange gedreht, bis es politisch gepasst hat“, kritisiert Thurn. Das meiste werde weggeworfen, bevor es uns erreicht. Sicher ist: Die Studie hat die Landwirtschaft nicht betrachtet. Und so kam der WWF vor einem Jahr in seiner Studie, für die auch die Verluste auf dem Acker betrachtet wurden, zu einem umgekehrten Ergebnis: 60 Prozent der Lebensmittel gehen verloren, bevor sie die Konsumenten erreichen, also auf dem Acker, bei den Produzenten und Großverbrauchern wie Kantinen und Restaurants.

Letztendlich ist es zweitrangig, wer mehr wegwirft. Unbestritten ist, dass auf allen Stufen zu viel verschwendet wird. Die Bundesregierung müsse alle Akteure in die Pflicht nehmen, fordert deshalb Valentin Thurn: „Wir können nur Lösungen finden, wenn wir entlang der Kette zusammenarbeiten. Wir sind alle Bösewichte, es kann nicht einer dem anderen den Schwarzen Peter zuschieben.“

Uns Verbraucher haben Handelsklassen und Qualitätsnormen jahrzehntelang vorgegaukelt, dass Möhren alle gleich groß sind, Äpfel niemals Schorf haben und jede Gurke gerade wächst. Wir haben uns daran gewöhnt. Also sortieren Landwirte schon bei der Ernte die „schrägen Stücke“ aus und pflügen sie gleich wieder unter.  Die niedrigen Preise für Lebensmittel in Deutschland tragen zudem dazu bei, dass die Wertschätzung schwindet. Oft landet zu viel im Einkaufswagen – und später im Müll.   

Als Verbraucher können wir ein Zeichen gegen Verschwendung setzen, indem wir einfach mal bei weniger perfekten Stücken zugreifen: Viele Bio-Läden beziehen Obst und Gemüse aus der Region, nicht immer ganz gerade und glatt. Und wer aus Kartoffeln ohnehin Kartoffelbrei machen will, braucht keine Exemplare aus dem Gemüse-Schönheitssalon. Auch die Milch, die nicht mehr so lange hält, hat einen bevorzugten Platz im Einkaufskorb verdient, wenn man sie sowieso bald trinken möchte.

Im Handel könnten nach Einschätzung des WWF bis zu 90 Prozent aller bisher entsorgten Lebensmittel gerettet werden. Zwar sei die Datenlage „sehr diffus“, doch es gebe Ansatzpunkte. Der WWF fordert zum Beispiel, das Herstellungsdatum auf den Produkten anzugeben, um das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) vergleichbarer zu machen. Für Produkte wie Salz, Hartweizen und Reis sollte es ganz abgeschafft werden. Überdacht werden sollte auch der Anspruch, dass Obst, Gemüse und Backwaren bis Ladenschluss vollständig verfügbar sein müssen. 

Jede Aktion gegen Lebensmittelverschwendung zählt, denn in jedem Lebensmittel stecken wertvolle Ressourcen: Wasser, Energie, Arbeitskraft. Wenn das Essen im Müll landet, war aller Einsatz umsonst. Zudem heizt Lebensmittelverschwendung den Klimawandel an. Nach Angaben der UN-Landwirtschaftsorganisation FAO sind Erzeugung, Verarbeitung, Lagerung und der Transport nicht verzehrter Lebensmittel verantwortlich für den Ausstoß von 3,3 Gigatonnen Treibhausgas weltweit. Wäre die Lebensmittelverschwendung ein Staat, stünde sie damit auf Platz 3 nach China und den USA, die jeweils etwa sieben Gigatonnen Treibhausgas im Jahr ausstoßen. 

Und während Millionen Menschen hungern, werden fast 30 Prozent der weltweiten Anbaufläche mit Nahrungsmitteln bebaut, die in der Tonne landen. Hauptverschwender in den Industrieländern sind der Handel und die Konsumenten. In den Entwicklungsländern gehen hingegen 40 Prozent schon direkt nach der Ernte oder bei der Verarbeitung verloren. Mangelndes Wissen, Schädlingsbefall, unzureichende Kühlung und zu wenig Lagerplatz zählen zu den Ursachen. Die FAO empfiehlt daher dringend Investitionen in die Infrastruktur. Die Verbraucher in den Entwicklungsländern verschwenden fast nichts – sechs bis elf Kilogramm pro Jahr – in Europa und in Nordamerika sind es um die 100 Kilogramm.

Was tut die Politik?

Auf internationaler Ebene ist in den letzten Jahren einiges in Gang gekommen: Die Europäische Kommission hat sich zum Ziel gesetzt, genusstaugliche Lebensmittelabfälle in der EU bis 2020 zu halbieren. Frankreich hat im Februar ein lang diskutiertes Gesetz verabschiedet und hohe Strafen für Supermärkte ab 400 Quadratmeter eingeführt, die übrig gebliebene Lebensmittel nicht spenden beziehungsweise nicht als Tierfutter oder als Kompost der Landwirtschaft zur Verfügung stellen. Auch Italien will die Lebensmittelvergeudung im Handel eindämmen, aber mit Anreizen statt mit Strafen. So soll es der Abbau bürokratischer Hürden einfacher machen, abgelaufene Lebensmittel zu spenden. Auch niedrigere Müllsteuern für Märkte mit einem geringen Müllaufkommen sind geplant.

In Großbritannien unterstützt die Regierung seit zehn Jahren das „Waste and Resources Action Programm“, das öffentliche Kampagnen durchführt und freiwillige Vereinbarungen mit Handelsketten und Herstellern trifft – immer mit dem Ziel, weniger Lebensmittelmüll zu produzieren. In England ist auch die Datenlage besser, da Studien durchgeführt worden sind, für die nicht nur im Elfenbeinturm gerechnet, sondern auch echter Müll aus mehr als 2 000 Haushalten untersucht wurde. Eine zeigt, dass die Haushalte zwischen 2007 und 2012 ein Fünftel weniger Lebensmittelabfälle produziert haben. In Dänemark hat im Februar sogar ein Supermarkt eröffnet, der nur ausrangierte Nahrungsmittel anbietet. „Wefood“ wurde über Crowdfunding finanziert, das Team arbeitet unentgeltlich. Dänemark ist überhaupt ein Vorreiter: Die nationale Kampagne „Stop Spild Af Mad“ gegen Verschwendung begann schon vor acht Jahren, und in den letzten fünf Jahren sank die Menge der Lebensmittelabfälle um 25 Prozent.

Deutschland setzt auf Freiwilligkeit

Die Bundesregierung hat das Ziel, die Lebensmittelverluste bis 2030 zu halbieren. Auf Gesetze wie in Frankreich und Italien will sie dabei nicht setzen. Stattdessen sollen mit allen Akteuren entlang der Wertschöpfungskette Vereinbarungen auf freiwilliger Basis getroffen werden, teilte ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums mit. Außerdem soll das MHD weiterentwickelt werden. Details dazu wollte das Ministerium nicht nennen. Die zunächst von Schmidt angekündigte Abschaffung ist vom Tisch, weil Untersuchungen zeigen, dass das MHD doch kein so wichtiger Grund fürs Wegwerfen sei wie oft angenommen.

Für Valentin Thurn ist das nicht genug. Er wünscht sich mehr Einsatz auf politischer Ebene: „Es sollte eine Abteilung geben mit 10 oder 20 Planstellen, das ist überhaupt nicht zu viel, um sich so einer Mega-Aufgabe zu stellen.“ Auch der WWF fordert eine Koordinierungsstelle und vor allem eine Strategie mit verbindlichen Zielen für alle an der Herstellung von Lebensmitteln Beteiligten. Thurn schlägt zudem vor, die Entsorgungskosten für Lebensmittel-Müll zu erhöhen. Im Moment lohne es sich für Supermärkte betriebswirtschaftlich, etwas wegzuwerfen. „Wenn in einem Netz Orangen eine faulig ist, dann ist es mehr Aufwand, das aufzureißen und neu zu sortieren als gleich das ganze Netz wegzuschmeißen“, nennt er ein Beispiel.

Projekte, Aktionen, Petitionen

Der Verein Foodsharing, in dem der Filmemacher aktiv ist, will mit der Petition „Leere Tonne“ einen Wegwerfstopp für Supermärkte wie in Frankreich erreichen. Außerdem bestücken die ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter öffentlich zugängliche „Fair-Teiler“ mit übrig gebliebenen Lebensmitteln von Privatleuten, Händlern und Landwirten. Zugreifen darf jeder. Und auch andere Initiativen machen vor, wie man Essen retten kann. Der Verein „Restlos glücklich“ betreibt ein Restaurant in Berlin, in dem aufgetischt wird, was Bio-Händler übrig haben. Die Gründer von Querfeld (ehemals Ugly Fruits) versuchen, Supermärkte zu überzeugen, nicht ganz makelloses Obst und Gemüse aus der Region anzubieten. Und dann gibt es noch Unternehmen wie biond. Die Cateringfirma erhielt im Frühjahr den Bundespreis „Zu gut für die Tonne“ vom Bundeslandwirtschaftsministerium. Den erhalten Projekte, die es schaffen, Lebensmittelabfälle zu verringern. Und davon kann es nicht genug geben. Retten Sie mit! Damit im nächsten Jahr der Tag der Lebensmittelverschwendung um einige Kalendertage nach vorne rückt.

So einfach geht es: Lebensmittel retten

Nicht mehr als nötig kaufen (Einkaufszettel helfen!). Vor dem Kochen schauen, was zuerst weg muss. Reste einfrieren oder verwerten. Tipps geben Kochbücher und Apps wie „Zu gut für die Tonne!“.
Lebensmittel richtig lagern – oft gibt die Verpackung Hinweise. 
Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen? Nichts ungesehen wegwerfen, sondern mit allen Sinnen prüfen, ob das Produkt noch gut ist. 
Auswärts essen: Bei kleinem Hunger kleine Portionen bestellen.
Petitionen unterstützen: 
www.leeretonne.de (Wegwerfstopp für Supermärkte) 
www.foodsharing.de (Fair-Teiler retten), www.change.org, Stichwort „Lebensmittel“ (Supermärkte sollen Lebensmittel spenden)

Mehr zum Thema

www.foodsharing.de 
Plattform mit interaktiver Karte für alle, die Lebensmittel anbieten oder abholen möchten.

www.wwf.de/das-grosse-wegschmeissen 
WWF-Studie „Das große Wegschmeißen“

www.umweltbundesamt.de/tags/lebensmittelverschwendung 
Fakten zur Lebensmittelverschwendung und den Folgen für die Umwelt

www.zugutfuerdietonne.de 
Infokampagne des Bundesministeriums für Ernährung<<


(Quelle: schrotundkorn.de)

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Dankbarkeit - 83


Die Dankbarkeit ist der Schlüssel zur Zufriedenheit. - Ernst Ferstl
In einem dankbaren Herzen herrscht ewiger Sommer - Celia Layton Thaxter
Dankbare Menschen entdecken überall Geschenke. - Hanno Nuhm

Mit Dankbarkeit wird man glücklicher, zufriedener, ist weniger gestresst und soll sogar besser schlafen - mehr als genug Gründe, öfter mal daran zu denken, für was wir alles dankbar sein können.

Deshalb werde ich euch hier regelmäßig mitteilen (ich versuche es zumindest ;-) ), wofür ich dankbar bin / die letzten Tage war.
Wer macht mit? :-) Hinterlasst mir gerne einen Kommentar oder erstellt selbst einen Post dazu auf eurem Blog.




Ich bin dankbar...



-...für die frische, angenehme Waldluft, die ich beim Nordic walking atmen darf.



-...für das Lied, dass ich zufällig entdeckt habe und momentan mein Lieblingslied ist
(macht richtig Laune :-) ):


Galantis: Peanut butter jelly



-...dafür, dass ich mir mal wieder die Zeit genommen habe, "Rimworld" zu spielen (habe ich schon lange nicht mehr) - auch wenn ich dabei einen Verlust hinnehmen musste.... RIP Redfields...

Meine Leute sind nicht so gut darin, Gräber zu schaufeln, daher hat es leider nur für ein "schäbiges" gereicht - aber immerhin ;-)

Mittlerweile habe ich es auch geschafft, meine erste Kolonie 
mit dem Raumschiff ins All zu schicken :-).



-...dafür, dass ich auf einem Parkplatz ein Auto mit einem tollen Aufkleber entdeckt habe: darauf waren verschiedene hinduistische Götter / Göttinnen abgebildet :-)



-...dafür, dass wir mal wieder lecker im "Cafe Tibet" essen waren.

Auf der Tageskarte stand ein "Hokkaido-Curry" - die Schärfe war schon nicht ohne ;-), aber auf jeden Fall war es sehr sehr lecker



-...dafür, dass mein Veggie mit mir im Kino war.
Diesmal haben wir uns eine "Filmrichtung" angesehen, die ich sonst nicht anschaue - nämlich etwas teilweise gruseliges - aber der Trailer hat mich irgendwie so fasziniert, da wollte ich den Film trotzdem sehen (zur Not wäre ja mein Veggie da um mich zu beschützen ;-) ).
Ich bin froh, dass ich mich getraut habe, denn ich fand den Film wirklich toll 
und auch ziemlich lustig (vor allem die Szene mit der Überraschung aus dem Geisterhaus :-D - wer den Film anschaut, wird wissen, was ich meine ;-) ).
Von welchem Film ich spreche? Von "Die Insel der besonderen Kinder"





-...für eine Runde "Shovel Knight" - nachdem meine Kolonie ja jetzt im Weltraum ist, dachte ich mir, ich schau mal wieder bei ihm vorbei ;-)



Dienstag, 11. Oktober 2016

Nicht noch mehr Megaställe!

(Quelle: campact.de)

>>Die Massentierhaltung boomt. Für Tiere bedeutet dieser Trend unsägliches Leid.
Gülle, Abgase und Antibiotika schädigen Mensch und Umwelt.
Umweltministerin Barbara Hendricks will jetzt neue Megaställe gesetzlich bremsen.
Doch der Plan könnte an Landwirtschaftsminister Christian Schmidt scheitern.

Fordern Sie den Minister auf, seine Blockade aufzugeben!<<

Und zwar hier: campact


Montag, 10. Oktober 2016

Fenchel-Tofu-Pfanne (2. Variante)

Zutaten für 2 - 3 Personen:
- 2 große Fenchel
- 1 Zwiebel
- 200 g Räuchertofu
- 100 g Erbsen
- 2 Hand voll Cashewkerne
- 1 EL Petersilie
- 1 EL Schnittlauch
- Sojasoße
- Salz, Pfeffer




Fenchel klein schneiden, Zwiebel würfeln.

Die Zwiebel in einer Pfanne anbraten. Den Tofu dazu bröseln und gut anbraten. Mit einem Schuss Sojasoße ablöschen, den Fenchel dazu geben und ein paar Minuten bei mittlerer Hitze braten, bis dieser etwas weicher geworden ist. Erbsen hinzufügen, kurz erwärmen lassen und mit den Gewürzen abschmecken. Die Cashewkerne evtl. grob zerkleinern und untermischen.

Guten Appetit!

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Fische: sozial und empfindsam



>>Um die gewaltige Nachfrage nach Fisch zu decken, werden jedes Jahr weltweit zwischen 970 und 2.700 Milliarden Fische gefangen, gezüchtet und teilweise aneinander verfüttert (letzteres in Aquakulturen). Zum Vergleich: Die Zahl der weltweit geschlachteten Landtiere liegt laut FAO bei knapp 70 Milliarden pro Jahr (Stand: 2013).

Einige Menschen, die sich aus ethischen Gründen gegen den Konsum von Fleisch entscheiden, essen weiterhin Fisch. Das mag daran liegen, dass Fische lange – auch von der Wissenschaft – als bloße »Reflexmaschinen« ohne Empfindungen betrachtet wurden. Eine wachsende Anzahl von Forschungsergebnissen zeigt jedoch, dass Fische ganz im Gegenteil kognitive und soziale Wesen sind, die fühlen können und zu erstaunlichen Leistungen in der Lage sind.

Selbstbewusstsein
Delfine, Elefanten, Schimpansen, Elstern – Sie alle haben den sogenannten Spiegeltest bestanden. Mit diesem Test möchten Wissenschaftler herausfinden, ob sich Tiere ihrer selbst bewusst sind. Während des Versuchs wird dem jeweiligen Tier ein Spiegel präsentiert und seine Reaktion auf das eigene Ebenbild beobachtet und interpretiert.

Auf den Bahamas wurde der Spiegeltest kürzlich mit Manta-Rochen durchgeführt – mit einem interessanten Ergebnis: Die zwei Versuchstiere zeigten keinerlei Anstrengungen, mit ihrem Spiegelbild interagieren zu wollen, was darauf hinweist, dass sie die Reflexionen nicht als einen anderen Artgenossen interpretierten. Stattdessen bewegten sie sich in ungewöhnlicher Weise vor dem Spiegel und ließen Blasen emporsteigen – vermutlich, um zu sehen, ob ihre Reflexionen im Spiegel sich genau so bewegten wie sie selbst oder sogar, um mit ihrem Spiegelbild zu experimentieren bzw. zu spielen. Laut den Autoren der Studie zeigen die Rochen damit ein ganz ähnliches Verhalten wie Affen. Sollten die Rochen tatsächlich ihrer selbst bewusst sein, würde das den Forschern zufolge den Schluss zulassen, dass die Tiere auch zu hoch entwickelten kognitiven und sozialen Leistungen in der Lage sind.

Soziales Lernen
Fische sind dazu imstande, durch Artgenossen zu lernen und kulturelle Traditionen aufrechtzuerhalten. Ein Beispiel dafür sind Guppies, die den Weg zu versteckten Futterplätzen von ihren Artgenossen lernen. Auch Steinbarsche orientieren sich bei der Nahrungsaufnahme an Anderen: Wird jungen Fischen dieser Art ein für sie unbekanntes Beutetier präsentiert, rühren sie es nicht an. Beobachten die Jungen jedoch einen Artgenossen, der das Tier frisst, tun sie es ihm gleich.

Gemeinsame Jagd
Die Zusammenarbeit während der Jagd gilt als ein wichtiger evolutionärer Schritt in der Entwicklung der Menschheit. Aus dem Tierreich ist dieses Verhalten ebenfalls bekannt, zum Beispiel bei Löwen, Wölfen und Schimpansen. Eine interessante Form der Zusammenarbeit zwischen zwei Fischarten zeigen Zackenbarsche und Riesenmuränen. Um eine gemeinsame Jagd zu initiieren, taucht der Barsch vor dem Tagesversteck der nachtaktiven Muräne auf und fordert sie u. a. mit übertrieben starken Bewegungen seines Körpers dazu auf, ihm zu folgen. Kommt die Muräne dem nach, führt der Barsch sie zu dem Versteck eines Beutefisches. Dort angelangt, schlüpft die schlanke Muräne in das Versteck und sucht nach der Beute. Erwischt sie den Fisch, war die Jagd für die Muräne erfolgreich; flieht die Beute, wartet draußen der Barsch auf seine Mahlzeit. Beide Jagdpartner nehmen durch diese Kooperation mehr Nahrung auf als wenn sie jeweils allein jagen würden.

Räumliches Gedächtnis
Neben der gemeinsamen Jagd ist noch eine weitere Leistung des Zackenbarsches bemerkenswert: Um die Muräne zum Beutefisch zu führen, muss er sich daran erinnern, wo dieser sich versteckt hat. Auch das Tagesversteck der Muräne muss er gut kennen, denn er sucht nicht beliebig nach irgendeinem Jagdpartner. Tatsächlich scheint er sogar Muränen, mit denen er in der Vergangenheit bereits gemeinsam gejagt hat, bevorzugt auszuwählen.

Ein hervorragendes räumliches Gedächtnis kann auch die Krausflossen-Grundel vorweisen. Bei Niedrigwasser versteckt sie sich in Gezeitentümpeln, die auch bei Ebbe mit Seewasser gefüllt bleiben. Bei Gefahr springt die bis zu 15 cm große Grundel von Tümpel zu Tümpel. Das Besondere daran: Die Tiere können die anderen Tümpel nicht sehen, wenn sie zum Sprung ansetzen. Eine Reihe Untersuchungen aus den 1940ern hat gezeigt, dass sie bei Flut über das Gebiet schwimmen und sich die Lage der Tümpel genau einprägen. Das Wissen darüber können sie sogar nach 40 Tagen noch abrufen – ein eindrücklicher Hinweis darauf, dass das so häufig angeführte, angebliche »3-Sekunden-Gedächtnis« von Fischen nicht den Tatsachen entspricht.

Gebrauch von Werkzeugen
Der Gebrauch von Werkzeugen war lange eine Fähigkeit, die nur Menschen zugeschrieben wurde. Mittlerweile weiß man jedoch, dass auch viele Tiere Werkzeuge nutzen – Fische sind dabei keine Ausnahme. So bläst beispielsweise der Großzahn-Lippfisch Wasser auf eine mit Sand bedeckte Muschel, um sie freizulegen. Anschließend trägt er seine Beute in seinem Mund zu einem nahegelegenen Stein, um sie dort zu zertrümmern. Strenggenommen sprechen einige Forscher allerdings erst dann von »Werkzeuggebrauch«, wenn ein Tier selbst ein Hilfsmittel benutzt, um sein Ziel zu erreichen. Dies ist bei den südamerikanischen Buntbarschen der Fall: Diese nutzen Blätter als Transportmittel, um ihre Eier bei Gefahr in Sicherheit zu bringen.

Soziales Verhalten
Es ist mittlerweile erwiesen, dass Fische ihre Artgenossen individuell voneinander unterscheiden und erkennen können. Mit dieser Fähigkeit ist ein Grundstein für komplexere soziale Verhaltensweisen gelegt.

Wenn etwa Buntbarsche einen Zweikampf beobachten, können sie sich merken, wie dieser ausgegangen ist. Das Wissen darüber, welcher Fisch stärker oder schwächer ist, machen sie sich dann in eigenen Kämpfen mit den jeweiligen Gegnern zunutze.

Ein faszinierendes Beispiel für die soziale Intelligenz der Fische ist außerdem der Putzerfisch. Vertreter dieser Art machen ihrem Namen alle Ehre: Sie unterhalten »Putzstationen« und ernähren sich von Parasiten und Algen, die sie von den Körpern ihrer »Kunden« entfernen. Besonders fleißige Exemplare reinigen über 2.000 Fische am Tag, die über 100 verschiedenen Arten angehören.

Es gibt starke Hinweise darauf, dass die Putzerfische ihre Kunden kategorisieren können. Hätte ein Fisch auch eine andere Putzstation ansteuern können (etwa weil er ein großes Territorium hat), wird er bevorzugt behandelt. Kunden, von denen der Putzerfisch weiß, dass sie nur seine Putzstation ansteuern können, müssen demgegenüber länger auf ihre Behandlung warten. Gleichzeitig werden die Putzerfische ihrerseits von ihren potenziellen Kunden beobachtet und bewertet. Ist der Service nicht zu deren Zufriedenheit, steuern sie gegebenenfalls einen anderen Putzerfisch an.

Sollte der Putzerfisch einmal zu viel Material von einem Fisch abfressen (z. B. gesundes Gewebe), reagieren die Kunden darauf häufig, indem sie ihn aggressiv verfolgen. Um sein Fehlverhalten wieder gut zu machen, gibt sich der Putzerfisch bei der nächsten Behandlung nachweislich mehr Mühe und lässt dem Fisch eine überdurchschnittliche Säuberung zuteil werden. Damit solche komplexen Interaktionen funktionieren, ist das Wiedererkennen der Kunden Voraussetzung. Dementsprechend geht man davon aus, dass Putzerfische mehr als 100 unterschiedliche Kunden individuell voneinander unterscheiden.

Körperkontakt
Um ihre Kunden zu beschwichtigen, nutzen Putzerfische Körperkontakt: Sie schwimmen über den Fisch und berühren ihn. Dieses Verhalten zeigen sie häufiger bei Raubfischen als bei harmlosen Exemplaren – offenbar, um eine eventuell aufkommende, gefährliche Attacke gleich im Keim zu ersticken. Dass Fische Körperkontakt als angenehm empfinden, zeigt sich auch daran, dass sie in unterschiedlichen Situationen darum bitten. So schwimmen beispielsweise freundlich gesinnte Barsche zu menschlichen Tauchern, um sich streicheln zu lassen. Auch von Muränen, die menschlichen Körperkontakt suchen, wird berichtet.

Wie auch für uns Menschen haben solche Streicheleinheiten für Fische therapeutischen Charakter. Dies konnte in einem Versuch nachgewiesen werden, in dem ein Doktorfisch eine halbe Stunde lang allein in einem Gefäß ausharren musste, das nur gerade so viel Wasser enthielt, um ihn zu bedecken. Wenn er die Möglichkeit hatte, begab sich der Fisch in die Nähe einer realistischen Putzerfisch-Attrappe, die streichelnde Bewegungen ausführte. Der Stresslevel des Fisches – gemessen am Kortisollevel im Blut – nahm beim Kontakt mit der Attrappe deutlich ab.

Fische können gestresst sein, aber auch an einer Art Depression leiden – das haben vor Kurzem schwedische Forscher herausgefunden. Auf jeder Lachsfarm kann man Fische beobachten, die – in der Entwicklung gehemmt und zu klein regungslos an der Oberfläche treiben. Die chemischen Eigenschaften des Gehirns und die Verhaltensweisen dieser Fische ähneln den typischen Symptomen einer Depression, wie sie bei anderen Tieren dokumentiert wurden. Hervorgerufen wird die Depression der Lachse durch die Umgebung, in der Fische in Aquakultur leben: In überfüllten Becken, in denen sie mit aggressiven Artgenossen ums Futter kämpfen müssen und unregelmäßigen Veränderungen des Lichts, des Wassers und der Strömungen ausgesetzt sind.

Fazit
Fische nehmen in unserer Wahrnehmung eine Sonderstellung ein: Sie sind vielen von uns fremd,
u. a. weil sie einen anderen Lebensraum bewohnen als wir und weil sie keine Säugetiere sind. Nicht zuletzt deswegen wurde Fischen lange Zeit die Fähigkeit zu kognitiven Leistungen und Empfindungen abgesprochen.

Die vorgestellten Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass Fische zu komplexen Verhaltensweisen fähig sind. Weitere Forschungsprojekte dazu sind – zumindest wenn sie tierfreundlich durchgeführt werden – wünschenswert, um die jeweiligen Resultate noch weiter zu untermauern. Die bisherigen Ergebnisse zeigen jedoch bereits, dass wir unser Bild von Fischen grundlegend überdenken sollten – und damit auch unseren Umgang mit ihnen.<<

(Quelle: albert-schweitzer-stiftung)


Mittwoch, 5. Oktober 2016

Dankbarkeit - 82


Die Dankbarkeit ist der Schlüssel zur Zufriedenheit. - Ernst Ferstl
In einem dankbaren Herzen herrscht ewiger Sommer - Celia Layton Thaxter
Dankbare Menschen entdecken überall Geschenke. - Hanno Nuhm

Mit Dankbarkeit wird man glücklicher, zufriedener, ist weniger gestresst und soll sogar besser schlafen - mehr als genug Gründe, öfter mal daran zu denken, für was wir alles dankbar sein können.

Deshalb werde ich euch hier regelmäßig mitteilen (ich versuche es zumindest ;-) ), wofür ich dankbar bin / die letzten Tage war.
Wer macht mit? :-) Hinterlasst mir gerne einen Kommentar oder erstellt selbst einen Post dazu auf eurem Blog.

Bei Karmindra gibt es auch immer wieder eine Dankbarkeitsliste - schaut doch auch mal bei ihr vorbei!





Ich bin dankbar...



-...für die 3 kleinen Rehkitze, die ich (beim Nordic walking) im Wald beobachten durfte



-...für eine kurze "Energie-Aufladung" bei meinem Kraftbaum



-...für die ersten Eichhörnchen, die ich diesen Herbst gesehen habe - süße Kerlchen :-)



-...für alles was ich habe.
Vor allem für (gutes) Essen, ein Dach über dem Kopf und ein sicherer Platz zum schlafen - es gibt leider viele Menschen auf der Welt, die müssen Tag für Tag darum kämpfen :-(



-...für einen schönen und leckeren Abend zusammen mit meinem Veggie
und meinem Schwager im "Tasty leaf".

Meine Vorspeise: Eine leckere Tomatensuppe

Meine Hauptspeise: Ein großer Wrap gefüllt mit richtig lecker marinierten und gebratenen Sojaschnetzeln, Chinakohl, Kichererbsen, gerösteten Cashewkernen und Currysoße


Dienstag, 4. Oktober 2016

Regenwald abholzen für meine Reise? Nein Danke!



>>Der weltweite Flugverkehr wächst rasant – und damit die von der Branche verursachten Umweltprobleme. Flugzeuge erzeugen schon jetzt etwa fünf Prozent der klimaschädigenden Emissionen. Bis 2050 soll sich der CO2-Ausstoß der Fluggesellschaften mehr als verfünffachen – auf 2,5 Milliarden Tonnen pro Jahr, prognostiziert die Internationale Luftfahrtagentur (ICAO), die den Vereinten Nationen (UN) angehört.

Die vermeintliche Lösung der UN-Behörde: Der Luftverkehr soll „klimaneutral“ wachsen. Möglich machen sollen das der Handel mit CO2-Zertifikaten, der Einsatz von Biokerosin und effizientere Flugzeuge.

Der Handel mit CO2-Zertifikaten bedeutet allerdings nicht, Emissionen einzusparen. Die Flugbranche kauft lediglich sogenannte Verschmutzungsrechte in Form von CO2-Zertifikaten – das Geld fließt dann in Klimaschutzprojekte auf der ganzen Welt. Ob sich diese Praxis positiv auf das Klima auswirkt, wird von vielen Experten bezweifelt. Der Zertifikatehandel ist daher umstritten.

Für die Produktion von Biokerosin sind riesige Anbauflächen notwendig, um auch nur wenige Prozente der etwa 260 Millionen Tonnen Treibstoff zu ersetzen, den die Luftfahrt pro Jahr verbraucht.

Die ICAO führt neben Pflanzenölen auch Algen, Holz und Abfälle als mögliche Rohstoffe für Biokerosin auf. Doch die dafür benötigten Herstellungsverfahren und Mengen gibt es nicht. Anbauversuche der Branche mit Leindotter (Camelina) für Testflüge ergaben sehr niedrige Erträge.

Es ist zu befürchten, dass die Industrie hydriertes Palmöl einsetzt, das bereits kommerziell von Firmen wie Neste Oil, Eni und Repsol/Cepsa erzeugt wird. Um Platz für immer neue Ölpalm-Plantagen zu schaffen, werden die tropischen Regenwälder weiter gerodet. Enorme Mengen Kohlenstoff entweichen dadurch in die Atmosphäre.

Bitte unterstützen Sie unsere Petition an die ICAO.<<

Und zwar hier: Rettet den Regenwald e.V.


Montag, 3. Oktober 2016

Cous-Cous mit Cashew-Paprika-Soße

Zutaten für 2 - 3 Personen:
- 200 - 300 g Cous-Cous
- 200 g Cashewkerne
- 1 Zwiebel
- 1 Zucchini
- 1 rote Paprika
- 150 ml Reissahne
- 1 TL Zitronensaft
- 1 TL Thymian
- Salz, Pfeffer




Cashewkerne ein paar Stunden einweichen.

Cous-Cous nach Packungsanleitung zubereiten.
Zwiebel, Zucchini und Paprika klein schneiden / würfeln. Das Wasser von den Cashews abgießen und dann zusammen mit der Paprika, Sahne, Zitronensaft, Thymian, Salz und Pfeffer im Mixer pürieren (danach evtl. noch einmal abschmecken).
In einer Pfanne die Zwiebel und die Zucchini anbraten. Mit der Paprikasoße ablöschen und kurz erwärmen lassen (wer es flüssiger möchte, einfach etwas Sahne / Wasser dazu geben).

Guten Appetit!


Passt auch gut zu Nudeln, Reis, Quinoa....oder die Soße nicht erwärmt und ohne gebratenem Gemüse / mit rohem Gemüse zu rohen Gemüsespaghetti....


Kostenlose Homepage