Donnerstag, 25. Oktober 2012

Gentechnik-Kurznachrichten

Greenpeace hat eine Untersuchung in Auftrag gegeben, die zeigt, was auf die EU zukommt, falls weitere Anbauzulassungen für herbizidresistente Gentech-Pflanzen erlassen werden:
Der Einsatz von Glyphosat ("Roundup" - weltweite Nr. 1 unter den Ackergiften) stiege bis 2025 um ein Vielfaches an – im schlechtesten Fall um 1000 % und mehr.
Momentan warten 19 solcher spritzmitteltoleranten Pflanzen auf das OK für den Anbau in der EU. Die Hochrechnungen des Agrarökonomen Charles Benbrook von der Washington State Universität beruhen auf einer kürzlich veröffentlichten Studie zur Situation in den USA. Seit der Einführung von Gentech-Pflanzen im Jahr 1996 hat der Pestizidverbrauch dort deutlich zugenommen. Sollte die EU dem Beispiel der USA folgen, wäre hier eine ähnliche Entwicklung zu erwarten.
Benbrook untersuchte den potentiellen Anstieg des Spritzmitteleinsatzes für drei gentechnisch veränderte Pflanzen: Mais, Zuckerrüben und Soja. Die wichtigste Rolle spielt dabei wohl Gentech-Mais, der zu den meistverbreitesten Kulturpflanzen Europas zählt. Der Mais MON810 (Monsanto) ist zurzeit die einzigste gentechnisch veränderte Sorte, die zum Anbau zugelassen ist. Kämen nun herbizidresistente Pflanzen hinzu, stiege der Glyphosatverbrauch auf Maisfeldern bis zum Jahr 2025 um 500 bzw. sogar 1000 % an – je nachdem, wie strikt die Vorschriften für den Anbau ausfielen und ob zum Beispiel Fruchtfolgen verbindlich vorgeschrieben würden.
Auch bei Zuckerrüben und Soja prognostiziert Benbrook einen um ein Vielfaches erhöhten Glyphosateinsatz. Bei Soja wären es (ohne entsprechende Regulierung) gar 1500 %. Und auch mit obligatorischen Maßnahmen zur Giftbegrenzung wäre noch mit einem Anstieg von 660 % zu rechnen.
Benbrook warnte die EU angesichts dieser Zukunftsaussichten vor neuen Anbauzulassungen für Gentechnik-Pflanzen: "Landwirte haben in den USA schon zu kämpfen. Sie versuchen, sich einen Weg aus der Ecke, in die sie gedrängt wurden, herauszusprühen. Das Vertrauen auf herbizidresistente Pflanzen hat in den USA zur Herausbildung und raschen Ausbreitung von fast zwei Dutzend glyphosat-resistenten Unkräutern geführt. Dadurch sind die Produktionskosten der Höfe gestiegen, und auch die Menge und die Giftigkeit der Herbizide, die nötig sind, um noch größere Ernteverluste zu verhindern."

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